
Berlin – Beim parlamentarischen Frühstück der Initiative „beyond-fluorid“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zahnmedizin über aktuelle Entwicklungen in der zahnmedizinischen Prävention. Zu den Teilnehmerinnen, die einen Vortrag dazu auch hielten, gehörte Dr. Johanna Graf, stellvertretende Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Initiative und Vorsitzende des Arbeitskreises Zahnmedizin sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT).
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Kariesprävention und zur Anwendung von Fluorid. Ziel des Treffens war es, die aktuelle Studienlage transparent darzustellen und den gesundheitspolitischen Dialog mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages zu vertiefen. Dabei kam es unter anderem zu einem Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Axel Müller, der sich im Parlament mit Fragen der Zahngesundheit befasst.
In den Gesprächen wurde deutlich, dass die wissenschaftliche Diskussion über Nutzen und Risiken von Fluorid differenzierter geführt werden sollte als bisher. Während Fluoride seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der Kariesprävention sind, weisen aktuelle wissenschaftliche Publikationen zunehmend auch auf mögliche unerwünschte Wirkungen hin, die im wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Diskurs stärker berücksichtigt werden sollten.
Darüber hinaus wurde mit Hydroxylapatit ein biomimetischer Wirkstoff vorgestellt, der dem natürlichen Zahnschmelz nachempfunden ist und in Studien ebenfalls eine kariesprotektive Wirkung zeigt.
Die Initiative „Beyond Fluorid“ setzt sich – ebenso wie die Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT) – dafür ein, neue wissenschaftliche Erkenntnisse offen zu diskutieren und Präventionsstrategien regelmäßig anhand der aktuellen Studienlage zu überprüfen.
„Gerade in der Präventionsmedizin ist es wichtig, etablierte Konzepte immer wieder kritisch zu hinterfragen und neue wissenschaftliche Entwicklungen in den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Politik einzubringen“, betonte Frau Dr. Johanna Graf.