Amalgam_Fuellung_gefährlich

Toxizität von Amalgam- und Kunststoff-Füllungen

Amalgam ist noch heute das von der Schulmedizin empfohlene Füllungsmaterial in der Zahnmedizin – nicht wegen seiner Verträglichkeit, sondern wegen seiner Haltbarkeit und damit Langlebigkeit. Für Umwelt-Mediziner ist diese Haltung höchst unverständlich, denn bereits seit den 1990er Jahren gibt es erdrückend viele, wissenschaftlich bewiesene Fakten über die Schädlichkeit von Amalgam, dessen Hauptbestandteil ja zu mehr als 50% aus Quecksilber besteht.

So ist seit dieser Zeit, um nur einige aus der Vielzahl der Fakten zu benennen, bekannt, dass

  • Der Zahnnerv (Pulpa) eines mit Amalgam gefüllten Zahnes im Mittel eine 35-fache Quecksilber-Belastung im Vergleich zu amalgam-freien Zähnen aufweist
  • Bei Amalgamträgern die Niere eine 11-fache und die Leber eine 4-fache Quecksilber-Belastung aufwies im Vergleich zu Nichtamalgamträgern, was die Funktionstüchtigkeit dieser Organe negativ beeinflusst
  • Die Quecksilber-Konzentration im Gehirn in direkter Relation zu der Zahl der Amalgamfüllungen steht
  • Quecksilber-Dampf (entsteht bei Amalgamträgern z.B. beim Konsum heißer Speisen) gelangt direkt über die Riechnerven ins Gehirn, reichert sich dort an und blockiert Enzyme (mit möglichen Folgeerkrankungen wie z.B. M. Parkinson oder M. Alzheimer)
  • Die Quecksilberkonzentration in der Follikelflüssigkeit gebärfähiger Frauen mit der Anzahl der Amalgam-Füllungen übereinstimmt
  • Bis zu 60% des von der Mutter gespeicherten Quecksilbers werden während der Schwangerschaft an den Erstgeborenen weitergegeben wird
  • Die Quecksilber-Konzentration von Ungeborenen in Leber, Niere und Gehirn in direkter Beziehung zur Zahl der Amalgam-Füllungen der Mutter steht
  • Bei Amalgam-Füllungen an Schafen zeigten sich bereits nach 4 Wochen hohe Quecksilber-Mengen in Lunge, Darm und Kiefer, später kam es zu signifikanten Erhöhungen in Nieren, Leber, Gehirn, Hypophyse, Schilddrüse, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse und Eierstöcken

Freigesetzt wird das Quecksilber aus Amalgamfüllungen durch

  • heisse Speisen / Getränke
  • saure Speisen / Getränke
  • kauen von Speisen, Zähne putzen
  • Fluoride
  • elektromagnetische Felder
  • Bruxismus (Zähne knirschen)
  • Kontakt mit Gold (Korrosion 10x höher!) und anderen Metallen

Die pathologischen Folgen dieser stetigen, unterschwelligen Quecksilber-Vergiftung sind u.a.

  • Strukturveränderungen von Proteinen
  • Blockade aktiver Zentren von Enzymen
  • Strukturelle Veränderungen der DNA
  • Konkurrenz zu Zink und Selen mit dem Ausfall von bis zu 200 Enzymen
  • Toxische Belastung mit der Folge einer gesteigerten Sensibilisierung gegen jede erneute Zufuhr.
  • Verminderung der Quecksilber-Ausscheidungsfähigkeit durch Verstopfung der Nierentubuli
  • Potenzierende Wirkung von Quecksilber auf andere Schadstoffe (nach Prof. Witte)
  • Abbau der Widerstandskraft gegenüber elektrischen Feldern in unmittelbarer Umgebung (Haushaltsgeräte, Stromleitungen, Sender etc.

Obwohl diese Fakten für den Interessierten längst bekannt sind, wird heute, teils sogar in zahnmedizinischen Foren, wieder darüber diskutiert, inwieweit Amalgam tatsächlich als Schadstoff einzustufen wäre und ob eine Füllung aus Kunststoff, die üblicherweise als Amalgam-Alternative gemacht wird, nicht doch toxischer wäre als das „bewährte“ Metallgemenge.

Hintergrund dieser Einwände ist die Kenntnis, dass auch Kunststoffe toxische, mutagene und hormonähnliche Wirkungen haben. So haben Schmalz, Geurtsen und Arenholt-Bindslev 2006 in ihrer Abhandlung über Kunststoffe u.a. festgestellt, dass

  • Sämtliche Bestandteile von Kunststoffen und Bondern potentiell toxisch sind
  • Der Grad der Toxizität steigt, je kleiner die Molekülgröße ist
  • TEGDMA, ein sehr niedermolekularer Kunststoff, bereits in nichttoxischen Konzentrationen mutagen wirkt
  • Glutar-Aldehyd in in-vitro-Tests mutagen war
  • Bis-Phenol-A eine östrogenähnliche Wirkung hat (Dieser Stoff ist Bestandteil bestimmter Kunststoffe, nicht nur in der Zahnmedizin)

Kunststofffüllungen werden in der Regel mit dem Zahn durch sog. „Bonder“ verklebt, um einen besseren Halt zu erreichen. Nachdem deren Molekülgröße im Vergleich zur eigentlichen Kunststofffüllung deutlich kleiner ist, dürfte die hauptsächlich toxische Komponente bei diesen Bondern liegen. Hinzu kommt die potenziell mutagene Komponente des niedermolekularen Kunststoffs TEGDMA und von Glutar-Aldehyd in bestimmten Bondern.

Zu beachten ist ferner, dass bei jeder Kunststoff-Polymerisatition mit Formaldehyd ein ebenfalls toxisches Nebenprodukt entsteht, das über 4 Monate aus jeder Kunststoff-Füllung in den Mund abgegeben wird. Eine toxische Primär-Wirkung von Kunststoff-Füllungen in der Zahnmedizin ist damit gegeben.

Kunststoff-Füllung

Welche Füllung ist jedoch jetzt die „gesündere“ Füllung: Amalgam oder Kunststoff?

Die Umweltbelastung mit Kunststoffen steigt exponentiell, so dass prinzipiell auch bei der Verwendung von Kunststoffen in der Zahnmedizin mit Vorsicht zu begegnen ist. Vergleicht man aber die pathologischen Wirkungen beider Werkstoffe auf den Organismus, so dürfte die Amalgam-Füllung das mit Abstand toxischere Füllungsmaterial sein. Erschwerend kommt bei Amalgam noch hinzu, dass Quecksilber, der Hauptbestandteil von Amalgam, ein sog. „Potenzierungsfaktor“ für eine Reihe anderer Schadstoffe ist, was seine gesundheitliche Bedenklichkeit noch weiter erhöht.

 

Ausblick:

Es wäre natürlich am besten, wenn durch entsprechende Prophylaxe eine Zahnfüllung unnötig werden würde. Ist jedoch eine Zahnfüllung notwendig, würde ich zwei Alternativen dafür in den Vordergrund stellen:

Als wirtschaftliche Füllung eine verklebte Kunststoff-Füllung:
Leider gibt es keinen Werkstoff, der absolut biologisch ist. Trotz der beschriebenen Nebenwirkungen von Kunststoffen ist dieser Werkstoff jedoch einer Amalgam-Füllung in jeder Hinsicht vorzuziehen.
Als brauchbare Alternative für die Füllungstherapie mit plastischen Werkstoffen gibt es seit einigen Jahren einen Kunststoff, der weder die klassischen Monomere, noch BISGMA, TEGDMA oder HEMA enthält, was die toxische Komponente dieses Kunststoffes erheblich reduziert. Zudem verspricht eine sehr geringe Polymerisationsschrumpfung und ein damit verbundener extrem niedriger Schrumpfungsstress im Vergleich zu anderen marktrelevanten Füllungskompositen einen geringeren Stress auf das biologische System“Zahn“.

Als High-tech-Füllung ein Vollkeramik-Inlay oder -Teilkrone:
Die geringste gesundheitliche Belastung geht von einer vollkeramischen Versorgung aus. Diese Füllungen/Teilkronen können heute in einer einzigen Sitzung computergestützt aus einem Vollkeramikblock mit der 3D-Technik passgenau gefräst und sofort eingesetzt werden. Die Haltbarkeit dieser Füllungen ist deutlich höher als die einer Kunststoff-Füllung. Einziges Manko dieser Versorgung ist, dass auch Vollkeramik mit Bondern am Zahn verklebt werden muss. Aber auch hier kann durch die Wahl eines geeigneten Bonders ohne die klassischen Monomere BISGMA, TEGDMA oder HEMA die toxische Komponente dieses Kunststoffes erheblich reduziert werden. Bei Gesunden sollte diese Belastung somit sehr gut tolerierbar sein, insbesondere auch deshalb, weil durch die lange Haltbarkeit diese Anwendung nur sehr selten vorkommt und gesundheitlich damit kaum ins Gewicht fällt.

Bei schwer umweltgeschädigten Patienten, wo jede Art einer Belastung minimiert werden muss wäre die Alternative für kleine Füllungen eine sogenannte Zementfüllung, am besten aus Steinzement, oder bei großen Zahndefekten eine Vollkeramik-Krone, die im Gegensatz zu den Teilkronen/Inlays mit einem mineralischen Zement befestigt werden kann, womit das „Bonder-Problem“ ausgeschlossen ist.

Dr. Karlheinz Graf
Leiter des AK Zahnmedizin in der „DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt“