Von den rund 14 Millionen Kindern im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland leidet ein erheblicher Anteil an mindestens einer chronischen Erkrankung. Die häufigsten Gesundheitsprobleme umfassen kieferorthopädische Auffälligkeiten (55 %), wiederkehrende Schmerzen wie Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen (25 %), Sehprobleme (20–25 %), Allergien (18 %), Übergewicht (15,4 %) sowie Molar-Incisor-Hypomineralisation, bekannt als „Kreidezähne" (15,3 %).
Hinzu kommen Hörschäden (12–15 %), Hauterkrankungen wie Neurodermitis (10–15 %), Lernschwierigkeiten einschließlich ADHS (10 %), Asthma (9 %) und Depressionen bzw. Angststörungen (9 %). Auch Mediensucht (7 %), Verhaltensauffälligkeiten (6 %), Adipositas (5,9 %), Fettleber (4 %), Essstörungen (3 %) und Typ-1-Diabetes (0,3 %) sind Teil des Krankheitsspektrums.
Besonders alarmierend ist die Häufigkeit von Mehrfacherkrankungen: Etwa 12 % der Kinder leiden gleichzeitig an mindestens zwei chronischen Erkrankungen – das entspricht rund 1,4 bis 1,7 Millionen Kindern. Schätzungsweise 40 bis 50 % aller Kinder sind von mindestens einer chronischen Erkrankung betroffen. Typische Komorbiditätsmuster umfassen die Kombination von Allergien und Asthma, Diabetes und Übergewicht, Verhaltensauffälligkeiten und Depression sowie Lernschwierigkeiten und ADHS. Trotz dieser Komplexität erhalten nur etwa 40 % der betroffenen Kinder eine koordinierte, spezialisierte Behandlung, die alle Erkrankungen gleichzeitig berücksichtigt.
Das konventionelle Gesundheitssystem in Deutschland ist strukturell nicht ausreichend auf diese Herausforderungen vorbereitet. Es folgt einem fragmentierten Ansatz, der primär auf Symptombehandlung und spezialisierte Einzelleistungen ausgerichtet ist. Kinderärzte fungieren als Gatekeeper mit durchschnittlich nur 7 bis 10 Minuten pro Konsultation – zu wenig Zeit, um Umweltfaktoren, Ernährung oder psychosoziale Aspekte systematisch zu erfassen. Fachärzte behandeln isoliert „ihr" Organsystem, ohne interdisziplinäre Abstimmung. Schulpsychologen betreuen teils über 5.000 Schülerinnen und Schüler. Wartezeiten auf Psychotherapieplätze betragen 6 bis 12 Monate, und rund 50 % der Kinder mit psychischen Erkrankungen erhalten keine fachärztliche Versorgung. Das GKV-System priorisiert strukturell die Akutbehandlung – Prävention und ganzheitliche Ansätze werden systematisch benachteiligt.
Hinzu kommt, dass Umweltfaktoren wie elektromagnetische Felder, Schadstoffe in Innenräumen, Ernährungsqualität und chronischer Stress im klassischen Versorgungsmodell kaum Berücksichtigung finden. Diese Lücke hat dazu geführt, dass etwa 15 % der deutschen Familien auf alternative Gesundheitsleistungen zurückgreifen – ein Markt, der auf rund 300 Millionen Euro geschätzt wird und als direktes Symptom der Systemdefizite zu verstehen ist.
Die Zukunft der Kindergesundheitsversorgung erfordert einen grundlegenden Paradigmenwechsel: weg von der reaktiven Symptombehandlung, hin zu einer ganzheitlichen, präventiven und integrierten Versorgung. Konkret bedeutet dies den Ausbau der Kapazitäten im Bereich psychische Gesundheit, die Entwicklung koordinierter Versorgungspfade für Kinder mit Mehrfacherkrankungen, die systematische Einbeziehung von Umweltmedizin und Ernährung.
Die Datenlage ist vorhanden. Die Herausforderungen sind bekannt. Was fehlt, ist der politische Wille und die strukturelle Bereitschaft, in die Gesundheit der nächsten Generation zu investieren – konsequent, koordiniert und ganzheitlich.
Autorin: Ulrike von Aufschnaiter
Diese Präsentation stützt sich auf die aktuellsten und maßgeblichsten Datenquellen zur Kindergesundheit in Deutschland. Alle Statistiken und Erkenntnisse basieren auf peer-reviewed Forschung, staatlichen Gesundheitsberichten und etablierten Gesundheitsüberwachungssystemen. Die folgenden Quellen bieten umfassende Informationen für diejenigen, die ein tieferes Verständnis wünschen.
Robert Koch-Institut (RKI) KIDA-Studie
Link: https://www.rki.de/kida, Datum: 2023-2025 (Aktualisiert Juli 2025)
Umfassende Gesundheitsstudie für Kinder und Jugendliche, die Prävalenzdaten für Allergien, Asthma, psychische Erkrankungen und chronische Krankheiten liefert.
Statista Kindergesundheitsstatistik
Link: https://de.statista.com/themen/11281/kindergesundheit-in-deutschland
Datum: Dezember 2025
Statistische Daten zu Schmerzsymptomen, Mediensucht und alternativer Gesundheitsversorgung bei deutschen Kindern.
Berichte des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de
Datum: 2025
Offizielle Regierungsberichte über Gesundheitsversorgung, Wartezeiten und Kapazitäten der psychischen Gesundheitsdienste für Kinder.
DMS 6 Studie - Kreidezähne (MIH)
Link: Vollständige Studie: https://www.idz.institute/publikationen/buecher/sechste-deutsche-mundgesundheitsstudie-dms-6/
Datum: 2022
Deutsche Mundgesundheitsstudie zur Prävalenz von Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (Kreidezähne) bei Kindern in Deutschland. Zeigt eine Prävalenz von 15,3% bei 8-9-jährigen Kindern.
BARMER Zahnreport 2024 - Kieferorthopädie
Link: https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reporte/zahnreporte/zahnreport-2024
Datum: 2024
Umfassende Studie zur kieferorthopädischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Dokumentiert Behandlungsraten, regionale Unterschiede und Geschlechterunterschiede bei Zahnspangen.
UNICEF-Bericht über Kinder in Deutschland
Link: https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/385504
Datum: November 2025
Internationale Perspektive auf das Wohlergehen von Kindern, einschließlich Essstörungen und psychischen Herausforderungen.
KiGGS-Studie (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey)
Link: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs/kiggs_node.html
Datum: 2024
Langzeitbeobachtungsstudie, die detaillierte Daten zu Übergewicht, Fettleibigkeit, körperlicher Aktivität und Ernährung bei deutschen Kindern liefert.
RKI GEDA Gesundheitsstudie
Link: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Geda/Geda_node.html
Datum: 2024
Gesundheitsüberwachungssystem einschließlich Diabetesprävalenz und Überwachung chronischer Krankheiten bei Kindern.
WHO Hearing Report 2024 - Hörschäden bei Kindern
Link: https://www.who.int/health-topics/hearing-loss
Datum: 2024
Weltgesundheitsorganisation Bericht über Hörschäden bei Kindern und Jugendlichen, dokumentiert Prävalenz von 12–15 % in entwickelten Ländern.
Berufsverband der Augenärzte - Sehprobleme bei Kindern
Link: https://www.augeninfo.de
Datum: 2024
Daten zur Prävalenz von Sehproblemen und Sehhilfen bei Kindern in Deutschland zeigen, dass 20–25 % der Kinder Brillen oder andere Sehhilfen benötigen.
Hinweis: Einige Daten basieren auf Schätzungen und Hochrechnungen aus verschiedenen Studien. Die angegebenen Prävalenzen können je nach Altersgruppe und Erhebungsmethode variieren.
]]>Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes System zahnärztlicher Vorsorge: Die gesetzliche Krankenversicherung finanziert sechs Frühuntersuchungen vom 6. Lebensmonat bis zum 6. Lebensjahr, ergänzt durch Fluoridanwendungen, Ernährungsberatung und schulbasierte Prophylaxeprogramme. Dennoch bleibt die Zahngesundheit vieler Kinder problematisch – Prävention allein reicht nicht aus.
Rund 50 % der Kinder haben bis zum Alter von 6–7 Jahren bereits mindestens eine invasive Zahnbehandlung erhalten. 85 % nehmen Vorsorgeuntersuchungen wahr, doch 50 % benötigen Füllungen, 18 % Extraktionen und 5 % eine Behandlung unter Vollnarkose. Diese Zahlen verdeutlichen: Das System reagiert überwiegend kurativ statt präventiv.
Laut DMS 6 (2023) haben 40,1 % der 8- bis 9-Jährigen und 22,4 % der 12-Jährigen Karieserfahrung. Besonders gravierend ist die soziale Schere: Kinder mit niedrigem Bildungsstatus weisen eine vierfach höhere Kariesprävalenz auf als Kinder aus bildungsnahen Haushalten. Migrationshintergrund, Familieneinkommen und Wohnort (Stadt vs. Land) sind weitere wesentliche Risikofaktoren.
15,3 % der 12-Jährigen sind von Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) betroffen – durchschnittlich 3,4 Zähne pro Kind. Die Ursachen sind bis heute offiziell ungeklärt; diskutiert werden Umweltgifte, Vitamin-D-Mangel und pränatale Einflüsse. Das Fehlen systematischer Ursachenforschung zeigt exemplarisch den Mangel an ganzheitlichem Denken in der Zahnmedizin.
Etwa 30 % der Kinder und Jugendlichen erhalten eine kieferorthopädische Behandlung. Während schwere Fehlstellungen klar behandlungsbedürftig sind, verschwimmen bei leichten Abweichungen die Grenzen zwischen medizinischer Notwendigkeit und ästhetischen bzw. wirtschaftlichen Motiven. Ernährung, Mundatmung und myofunktionelle Störungen als mögliche Ursachen von Fehlstellungen werden kaum berücksichtigt.
Die Zahnmedizin behandelt Zähne isoliert – systemische Wechselwirkungen werden kaum berücksichtigt. Dabei haben Kinder mit Asthma ein um 30 % und Kinder mit Diabetes ein um 20 % erhöhtes Risiko für Mundgesundheitsprobleme. Orale Entzündungen können umgekehrt systemische Erkrankungen verschlimmern. Integrierte, interdisziplinäre Versorgungsansätze fehlen weitgehend.
Der deutsche Zahnmedizinmarkt umfasst 14–15 Milliarden Euro jährlich. Kieferorthopädie allein macht 5–6 Milliarden Euro aus. Die enge Verflechtung mit der Dentalindustrie (4–5 Mrd. € Jahresumsatz), herstellerfinanzierte Fortbildungen und der Trend zu Privatleistungen (IGeL) schaffen strukturelle Anreize, die nicht immer mit medizinischer Notwendigkeit übereinstimmen. Transparenz und unabhängige Qualitätskontrolle sind dringend erforderlich.
Vier systemische Einflussfaktoren werden in der zahnärztlichen Praxis kaum beachtet: Ernährung und Darmgesundheit (Nährstoffmängel, industriell verarbeitete Lebensmittel), Umweltgifte (Schwermetalle, Pestizide, endokrine Disruptoren), Bewegungsmangel (geschwächtes Immunsystem, schlechtere Speichelqualität) sowie chronischer Stress (Bruxismus, reduzierte Immunfunktion). Solange diese Faktoren ignoriert werden, bleibt die Zahnmedizin eine Reparaturmedizin.
Für eine nachhaltige Verbesserung braucht es strukturelle Reformen: Integration von Ernährungs-, Umwelt- und Psychosomatik in die zahnmedizinische Ausbildung, erweiterte Anamnesen in der Praxis, interdisziplinäre Versorgungsnetzwerke sowie unabhängige Forschungsförderung zu systemischen Ursachen. Gezielte Public-Health-Maßnahmen müssen soziale Ungleichheiten beim Zugang zu Prävention und Versorgung aktiv abbauen.
Zahngesundheit ist Gesamtgesundheit. Nur wenn wirtschaftliche Anreize durch evidenzbasierte Leitlinien ersetzt, systemische Ursachen erforscht und interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Regel werden, kann allen Kindern in Deutschland – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – nachhaltige Mundgesundheit ermöglicht werden.
Autorin: Ulrike von Aufschnaiter
Alle Links wurden zuletzt abgerufen im Februar 2026.
]]>Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Kariesprävention und zur Anwendung von Fluorid. Ziel des Treffens war es, die aktuelle Studienlage transparent darzustellen und den gesundheitspolitischen Dialog mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages zu vertiefen. Dabei kam es unter anderem zu einem Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Axel Müller, der sich im Parlament mit Fragen der Zahngesundheit befasst.
In den Gesprächen wurde deutlich, dass die wissenschaftliche Diskussion über Nutzen und Risiken von Fluorid differenzierter geführt werden sollte als bisher. Während Fluoride seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der Kariesprävention sind, weisen aktuelle wissenschaftliche Publikationen zunehmend auch auf mögliche unerwünschte Wirkungen hin, die im wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Diskurs stärker berücksichtigt werden sollten.
Darüber hinaus wurde mit Hydroxylapatit ein biomimetischer Wirkstoff vorgestellt, der dem natürlichen Zahnschmelz nachempfunden ist und in Studien ebenfalls eine kariesprotektive Wirkung zeigt.
Die Initiative „Beyond Fluorid“ setzt sich – ebenso wie die Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT) – dafür ein, neue wissenschaftliche Erkenntnisse offen zu diskutieren und Präventionsstrategien regelmäßig anhand der aktuellen Studienlage zu überprüfen.
„Gerade in der Präventionsmedizin ist es wichtig, etablierte Konzepte immer wieder kritisch zu hinterfragen und neue wissenschaftliche Entwicklungen in den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Politik einzubringen“, betonte Frau Dr. Johanna Graf.
Immer mehr Menschen leiden unter Schlafproblemen – mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen. Neben bekannten Ursachen wie Stress, Mediennutzung oder Lärm rückt die Publikation insbesondere den Schlafplatz selbst in den Fokus. Denn: „Jede Risikoreduzierung ist anzustreben“ – so lautet ein zentrales Prinzip der baubiologischen Messtechnik.
Die Autoren Winfried Schneider (Architekt) und Christian Blank M.A. (Sachverständiger für Baubiologie und Innenraumanalytik) analysieren systematisch alle relevanten Einflussfaktoren:
Dabei wird deutlich: Häufig sind es nicht einzelne Faktoren, sondern das Zusammenspiel mehrerer Belastungen, das die nächtliche Regeneration beeinträchtigt. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung messbarer Kriterien – etwa CO₂-Werte im Schlafzimmer, relative Luftfeuchte oder baubiologische Richtwerte für elektrische und magnetische Felder.
Die Schrift versteht sich nicht als medizinische Studie, sondern als praxisorientierte Orientierungshilfe für Betroffene, Heilberufe sowie Verantwortliche im Gesundheitswesen. Ziel ist es, präventiv zu wirken und individuell umsetzbare Verbesserungen zu ermöglichen.
In vielen Fällen reichen bereits einfache Maßnahmen: optimiertes Lüftungsverhalten, reduzierte Raumtemperaturen, das nächtliche Abschalten von Funkquellen oder der Austausch emissionsbelasteter Materialien. Für weitergehende Optimierungen empfehlen die Autoren eine fachkundige baubiologische Messung und Beratung.
Besonders erfreulich: Der Co-Autor Christian Blank ist Mitglied der DGUHT. Mit seiner langjährigen Erfahrung als baubiologischer Messtechniker bringt er fundierte Praxiskenntnisse in die Publikation ein. Seine Mitwirkung unterstreicht die Bedeutung einer interdisziplinären Zusammenarbeit im Bereich Umwelt, Gesundheit und Bauwesen.
Die Publikation macht deutlich: Gesunder Schlaf ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines bewusst gestalteten Umfelds. Wer die Qualität seines Schlafraums überprüft und gezielt optimiert, kann einen wesentlichen Beitrag zur eigenen Gesundheit leisten.
Die vollständige Publikation steht online zur Verfügung und bietet eine umfassende, systematisch aufgebaute Orientierung für alle, die ihren Schlaf nachhaltig verbessern möchten.
]]>Dieser Artikel erklärt verständlich, worum es bei der neuen Pflicht geht, welche Baujahre typischerweise betroffen sein können, wie man das Risiko einschätzt und was Eigentümer, Vermieter und Mieter jetzt wissen und tun sollten.
Mit dem Ablauf der Übergangsfrist am 12. Januar 2026 ist der Betrieb von Bleileitungen in Deutschland offiziell untersagt. Die aktuelle Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verpflichtet alle Betreiber einer Installation – vom privaten Hausbesitzer bis zum Großvermieter –, vorhandene Bleirohre vollständig zu entfernen oder dauerhaft stillzulegen.
Dies gilt ausdrücklich auch für kleinste Teilstücke. Oft wurden bei früheren Sanierungen nur sichtbare Rohre getauscht, während kurze Abschnitte in Wänden oder Decken verblieben. Diese "Bleinester" sind nun ebenfalls unzulässig, da sie durch chemische Reaktionen mit anderen Metallen (elektrochemische Korrosion) oft sogar besonders viel Blei an das Wasser abgeben.
Ob Bleirohre vorhanden sein können, hängt stark vom Baujahr des Gebäudes ab. Als allgemeine Orientierung gilt:
Gebäude, die ab 1973 errichtet wurden, sind in der Regel nicht betroffen, da Blei seitdem nicht mehr als Material für Trinkwasserleitungen verwendet wurde. Liegt das Baujahr vor 1973, ist eine Prüfung grundsätzlich sinnvoll – auch wenn nicht jeder Altbau automatisch Bleirohre hat.
Besonders in Häusern aus der Zeit vor 1950 ist das Risiko erhöht. Regional gab es jedoch deutliche Unterschiede: In Teilen Süddeutschlands, etwa in Bayern und Baden-Württemberg, wurde der Einsatz von Bleirohren schon sehr früh eingeschränkt oder verboten. In Nord- und Ostdeutschland hingegen kamen Bleileitungen stellenweise noch bis Anfang der 1970er-Jahre vor.
Wichtig ist außerdem: Entscheidend ist nicht allein das Baujahr. Viele Gebäude wurden später saniert, sodass alte Bleileitungen längst ersetzt sind. Umgekehrt kann es vorkommen, dass bei Umbauten einzelne alte Leitungsstücke im System verblieben sind. Das Baujahr liefert also einen Hinweis – Sicherheit bringt nur eine Prüfung der Installation.
Ja, ausnahmslos. Die Verordnung unterscheidet nicht zwischen vermieteten Objekten und selbst genutztem Wohneigentum. Jeder Betreiber ist für die Qualität des Wassers ab dem Hausanschluss verantwortlich.
Frühere Überlegungen zu großzügigen Ausnahmeregelungen für private Haushalte wurden aufgrund der hohen Gesundheitsrisiken stark begrenzt.
Eine allgemeine Pflicht für private Hauseigentümer, vorhandene Bleileitungen vorsorglich zu melden, besteht nicht in jedem Fall. Allerdings greift die Meldepflicht dann, wenn Fachbetriebe, Installateure oder Wasserversorger im Rahmen von Arbeiten feststellen, dass Bleileitungen oder bleihaltige Teilstücke vorhanden sind. Diese Feststellung muss dem zuständigen Gesundheitsamt unverzüglich angezeigt werden. Spätestens nach Ablauf der Übergangsfrist kann die Behörde außerdem verlangen, dass Betreiber nachweisen, dass die Bleileitungen entfernt oder stillgelegt wurden – oder dass eine genehmigte Fristverlängerung vorliegt.
Bei Mietobjekten liegt die Verantwortung klar beim Eigentümer bzw. Vermieter. Er ist Betreiber der Trinkwasserinstallation und damit verpflichtet, Bleileitungen rechtzeitig zu entfernen oder stillzulegen. Mieter haben Anspruch auf bleifreies Trinkwasser und müssen informiert werden, wenn Bleileitungen bekannt sind oder Maßnahmen anstehen.
Für öffentliche Gebäude wie Kitas, Schulen oder Verwaltungsgebäude gelten die Anforderungen besonders streng, da dort häufig empfindliche Personengruppen betroffen sind. Hier wird die Einhaltung der Vorgaben regelmäßig durch die Gesundheitsämter überwacht.
Eine generelle Testpflicht für jedes Haus gibt es nicht, jedoch ist der Nachweis der Bleifreiheit für den Betreiber verpflichtend. Eine Wasseranalyse ist dringend ratsam, wenn:
Empfohlen wird hierbei eine sogenannte Stagnationsprobe (Wasser, das mindestens vier Stunden in der Leitung stand), da hier die Bleikonzentration am höchsten ist.
Wer seiner Pflicht nicht nachkommt, handelt ordnungswidrig. Die Trinkwasserverordnung sieht Bußgelder vor, die je nach Schwere des Verstoßes erheblich sein können. Zusätzlich können Anordnungen der Gesundheitsämter folgen, etwa Nutzungsbeschränkungen oder die Verpflichtung zur sofortigen Sanierung.
Für Vermieter besteht darüber hinaus das Risiko von Mietminderungen oder Schadensersatzansprüchen, wenn Mieter gesundheitlich gefährdet sind oder ihnen abgepacktes Wasser bereitgestellt werden muss.
Die Zeit der Bleileitungen ist abgelaufen. Seit dem 12. Januar 2026 ist sauberes Trinkwasser ohne Bleibelastung ein gesetzlicher Standard, der konsequent umgesetzt werden muss. Eigentümer, die bisher nicht gehandelt haben, sollten dies umgehend tun, um rechtliche und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Autor:
Waldemar Bothe
Dipl.-Ing. (FH)
Bausachverständiger kdR
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zum Thema Blei im Trinkwasser und zur aktuellen Rechtslage nach der Trinkwasserverordnung. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt keine individuelle rechtliche, technische oder gesundheitliche Beratung.
]]>Kontrastmittel auf Gadoliniumbasis (GBCA) sind Arzneimittel, die intravenös verabreicht werden, um die Qualität der diagnostischen Bildgebungsverfahren der Magnetresonanztomographie (MRT) oder Magnetresonanzangiographie (MRA) zu verbessern. FDA-Warnungen zu möglichen Nebenwirkungen erhöhten die Bedenken von Patienten und Ärzten, auch neuere FDA-Informationen weisen darauf hin, dass ionisches Gadolinium aus GBCA freigesetzt werden kann, was möglicherweise eine Gadoliniumtoxizität verursacht. Bei den makrozyklischen GBCA scheint diese Wirkung deutlich geringer. Wir haben überprüft, ob und inwieweit Gadolinium nach Verabreichung von GBCA ohne Intervention renal ausgeschieden wird und ob und inwieweit Chelatbildner die Gd-Mobilisierung unterstützen. Durch Vergleichswerte unserer internen Datenbank mit internationalen Studienergebnissen kamen wir zu dem Schluss, dass derzeit kein klarer Konsens besteht. Während DTPA und möglicherweise EDTA die Gd-Bindung und Ausscheidung möglicherweise fördern, sind kaum Forschungsarbeiten vorhanden, die dies bestätigen. Gezielte Studien sind erforderlich. Es scheint jedoch klar zu sein, dass mikrocyclische GBCA die Gadoliniumretention weniger fördern und somit ein geringeres Risiko für eine Gadoliniumtoxizität darstellen. Patienten sollten somit über die Art des verabreichten GBCA informiert werden.
Das erste gadoliniumhaltige Kontrastmittel war Magnevist® (Gadopentetat-Dimeglumin). Dieses lineare GBCA wurde 1981 synthetisiert und 1988 von der FDA (Food and Drug Administration) für den klinischen Einsatz zugelassen. Magnevist® wurde bevorzugt verabreicht, weltweit fast 100 Millionen Mal. In Deutschland wurde die Nutzung dieses GBCA aufgrund möglicher Nebenwirkungen eingeschränkt. Weitere elf (11) GBCA wurden von der FDA zugelassen. (Clough 2019)
Laut FDA sind „Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) intravenös verabreichte Arzneimittel, die in diagnostischen Bildgebungsverfahren zur Verbesserung der Qualität der Magnetresonanztomographie (MRT) oder Magnetresonanzangiographie (MRA) eingesetzt werden“. Die FDA und andere Behörden berichten außerdem, dass die Verwendung von GBCA ein gewisses Risiko in sich birgt, einschließlich allergischer Reaktionen. (Chen 2011)
Forscher haben darauf hingewiesen, dass das Toxizitätsrisiko durch ungebundene Gadoliniumionen verringert wird, sobald Gadolinium eine entsprechende chemische Verbindung eingeht. Die Verwendung dieser Verbindungen birgt dennoch ein gewisses Toxizitätsrisiko in sich. (Do 2020) Diesbezüglich veröffentlichte die FDA eine Stellungsnahme am 27. Juli 2017: „Die Bewertung des Risikos von Gehirnablagerungen bei wiederholter Verwendung von Kontrastmitteln auf Gadoliniumbasis“.
Am 16.05.2018 aktualisierte die FDA diese Informationen und erklärte: „Alle MRT-Zentren sollten einen Medikationsleitfaden bereitstellen, sobald ein ambulanter Patient zum ersten Mal eine GBCA-Injektion erhält oder wenn Informationen wesentlich geändert werden. Im Allgemeinen müssen stationäre Krankenhauspatienten keinen Medikationsleitfaden erhalten, es sei denn, Patient oder die Pflegeperson fordern dies an. Medizinisches Fachpersonal, das feststellt, dass es nicht im besten Interesse eines Patienten ist, einen Medikationsleitfaden zu erhalten, weil erhebliche Bedenken hinsichtlich seiner Auswirkungen bestehen, kann anweisen, dass diese Information dem Patienten nicht zur Verfügung gestellt wird. Der Medikationsleitfaden sollte jedoch jedem Patienten zur Verfügung gestellt werden, der die Informationen anfordert. “ https://www.accessdata.fda.gov/drugsatfda_docs/nda/2011/201277Orig1s000SumR.pdf
Nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Agentur und der Bundesanstalt für Arzneimittel und Medizinprodukte (Januar 2018) sind die langfristigen Risiken der Verabreichung von Gadolinium-Kontrastmitteln unbekannt. Infolgedessen wurden in Deutschland 2018 die Suspension bestimmter Gadolinium-haltiger Kontrastmittel für die Magnetresonanztomographie (MRT) empfohlen. Die Bundesanstalt für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) verlängerte diese Suspension bestimmter GBCA bis zum 28. Februar 2022.
In den USA gibt es derzeit keine Einschränkungen. Dr.med.Janet Woodcock, Direktorin des FDA-Zentrums für Arzneimittelbewertung und -forschung, erklärte: "Die FDA wird die Sicherheit von GBCA weiterhin bewerten. Zu diesem Zweck fordern wir die GBCA-Hersteller auf, weitere Studien durchzuführen, um die Sicherheit dieser Kontrastmittel zu bewerten. " (FDA 16.03.2008)
Gadolinium (III) -Komplexe werden seit Jahrzehnten als Magnetresonanztomographie (MRT) Kontrastmittel eingesetzt. Wie Clough und Kollegen betonten, haben sich Bedenken hinsichtlich ihrer Toxizität entwickelt, die vermutlich auf die Demetallierung der Komplexe in vivo zurückzuführen sind, zudem relativ große Mengen einer Verbindung für einen erfolgreichen Scan erforderlich sind. Die Stabilität von GBCA ist daher von großer Bedeutung und diese wird durch die Molekülstruktur der Verbindung bestimmt.
Entsprechend ihrer chemischen Struktur werden die Gd-haltigen Kontrastmittel in ionische und nichtionische, makrocyclische und lineare Kontrastmittel unterteilt. Die cyclische Struktur schafft eine starke Bindung an Gadolinium. Im Gegensatz weisen die linearen Kontrastmittel, die sogenannten Gd-Chelate mit offenen, beweglichen Ketten eine weniger starke Bindung an das toxische Gd3 + -Ion auf. (Hemsen 2012, Marckmann 2006)
Die linearen GBCA sind bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert. Die Überprüfung der renalen Funktion nimmt somit eine zentrale Stellung ein. Wie von Dr. Lucie Yang in der Überprüfung des FDA Medical Team Leader dargelegt, wurden große Anstrengungen unternommen, um nach den charakteristischen Merkmalen der GBCA zu suchen, die dazu beitragen können, das Risiko einer nephrogenen systemischen Erkrankung vorherzusagen. (FDA 2011)
Die Toxizität des freien Gd3 + -Ions hängt mit zwei Eigenschaften zusammen: seiner Unlöslichkeit bei physiologischem pH-Wert, was zu einer sehr langsamen systemischen Ausscheidung führt; und einem Ionenradius nahe dem von Ca2 +, der es Gd3 + ermöglicht, biologisch mit Ca2 + zu konkurrieren.
Ramalho und Kollegen fassten die Literatur zu GBCA im Zusammenhang mit Tier- und Humanstudien zusammen, insbesondere Informationen zur Stabilität der Wirkstoffe. In dem Artikel „Akkumulation und Toxizität von Kontrastmitteln auf Gadoliniumbasis: Ein Update“ betonen die Forscher, dass GBCA mit geringer Stabilität am häufigsten mit der Ablagerung von Gadolinium im Gehirn in Verbindung gebracht werden, so die Literatur seit 2014. (Ramalho 2015)
Ionisches Gadolinium ist bereits in sehr geringer Konzentration ein bekannter Blocker vieler spannungsgesteuerter Calciumkanäle. Es kann physiologische Prozesse wie die Kontraktionen der Skelett- und Herzmuskulatur, die Übertragung von Nervenimpulsen, sowie die Blutgerinnung hemmen. Ionisches Gadolinium hemmt auch die Mitochondrienfunktion, die Aktivität bestimmter Enzyme, einiger Dehydrogenasen und Kinasen sowie Glutathion-STransferasen und kann die Expression einiger Zytokine erhöhen und oxidativen Stress induzieren.
Spencer et al. berichteten, dass die einmalige Verabreichung von Gadoliniumchlorid bei Ratten Hauptläsionen verursachte, die in Zusammenhang gebracht werden konnten mit Mineralablagerung in Kapillarbetten, metallverursachter Phagozytose durch makrophagenähnliche Zellen, hepatozellulärer Nekrose und Milznekrose, gefolgt von verringerten Thrombozytenzahlen und erhöhten Gerinnungszeiten. Weitere Studien ergaben, dass Gadolinium ein starker Inhibitor des retikuloendothelialen Systems ist. (Williams 2016)
Während ionisches Gadolinium als hochtoxisch gilt, wurden GBCA als ungiftig eingestuft.
Nach Angaben der FDA gelten die GBCA mit den linearen oder Kettenliganden, insbesondere den nichtionischen, als am instabilsten und bergen das höchste Risiko, freies Gd freizusetzen, was zu Gadolinium-bedingten Toxizitätssymptomen und -erkrankungen führt. Die Stabilität der Chelatbildung zwischen dem Gadolinium-Ion und den Liganden ist entscheidend für die Risikoeinschätzung. Makrocyclische GBCA haben eine höhere Stabilitätskonstante als lineare.
GDD ist die Bezeichnung für einen neu beschriebenen, noch nicht allgemein akzeptierten Zustand der Gadolinium (Gd)‑Toxizität.
Die klassischen Symptome des neu postulierten, aber noch nicht bestätigten Zustands der Gadolinium-Ablagerungskrankheit (GDD) wurden beschrieben. Sie umfassen Gehirnnebel, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen und trockene Augen, brennende Hautschmerzen, Knochen- und / oder Gelenkschmerzen, Neuralgie und Hautverfärbungen, teigige oder verdickte Haut. (Ramalho 2017)
Im Jahr 2006 wurden Gadolinium-haltige Kontrastmittel erstmals als Ursache der Nephrogenen Systemischen Fibrose genannt (Agarwal 2009, Grobner 2006). NSF ist eine potenziell tödliche Krankheit, die zu einer Verhärtung und Verdickung der Haut und der inneren Organe führt. Bei Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz wurden NSFSymptome innerhalb von Tagen bis Monaten nach Verabreichung von GBCA beobachtet. (Nephro-News, Ausgabe 1/08) Hobbs und Williams geben auf ihrer Website an, dass „festgestellt wurde, dass alle GBCA, auch Gadoliniumchlorid die Proliferation von Fibroblasten in Geweben von gesunden Probanden stimulieren und dass dies ein Hauptfaktor für die nephrogene systemische Fibrose sein kann, da die Proliferation von CD34 + -Fibroblasten das charakteristische histologische Merkmal dieser Krankheit ist. “ (Williams 2016)
Weitere gesundheitliche Auswirkungen sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Gehirnnebel, Schmerzen in Haut, Knochen oder Gelenken. Die Schwere der Symptome scheint stark zu variieren. (Drugwatch, 2018)
NSF Symptome können nach einem Monat oder noch länger nach der GBCA Verabreichung auftreten. Die GDD-Symptome treten dagegen meist innerhalb eines Tages und ziemlich oft unmittelbar nach der Injektion auf, was entweder auf eine toxische oder eine immunologische Reaktion deutet.
Im Jahr 2019 beobachteten Semalka und Ramalho, dass viele der von GDD betroffenen Personen an einer Autoimmunerkrankung leiden. Die Autoren berichten, dass ihre „derzeitige Meinung ist, dass GDD viele Elemente des Immunsystems umfasst, einschließlich akuter humoraler Reaktion (Granulozyten, Mastzellen, B-Zellen), subakuter Reaktion (Makrophagen, T-Zellen) und chronischer Reaktion (zirkulierende Fibrozyten). ” GDD verläuft ähnlich mit einer Kombination aus akuten Überempfindlichkeitsreaktionen und NSF, was erklären könnte, weshalb alle GBCA unabhängig von ihrer Struktur GDD verursachen können, während NSF hauptsächlich mit weniger stabilen linearen Mitteln assoziiert ist. (Semalka 2019)
Source: Rogosnitzky, M., Branch S. Gadolinium-based contrast agent toxicity: a review of known and proposed mechanisms. Biometals.2016; 29:365-376
Tabelle 2 zeigt die von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassenen GBCA. Die empfohlene Dosis beim Menschen beträgt 0,1 mmol / kg KG.

Im Jahr 2007 gab die FDA an, dass sie "bisher keine schädlichen Auswirkungen auf die Hirnretention von Kontrastmitteln auf Gadoliniumbasis für MRT" identifizieren konnte. In den folgenden Jahren haben Forscher wie Frenzel und andere diese Aussage durch Tierversuche widerlegt. (Jost 2019)
Im Jahr 2011 kehrte die FDA ihre frühere Ansicht um und stellte fest, dass „lineare GBCA zu einer deutlicheren Retention führen als makrocyclische GBCA. Die im Körper verbleibenden Gadoliniumspiegel sind nach Verabreichung von Omniscan (Gadodiamid) oder OptiMARK (Gadoversetamid) höher als nach Eovist (Gadoxetat-Dinatrium), Magnevist (GadopentetatDimeglumin) oder MultiHance (Gadobenat-Dimeglumin). Die Gadoliniumspiegel im Körper sind nach Verabreichung von Dotarem (Gadoterat-Meglumin), Gadavist (Gadobutrol) und ProHance (Gadoteridol) am niedrigsten. “
Raeschert und Kollegen bestätigten dies und stellten in einer Vergleichsstudie fest, dass im Gehirn von Ratten mit eingeschränkter Nierenfunktion Spuren von Dotarem (GadoteratMeglumin) nachgewiesen wurden, während in fast allen Hirnregionen nach Injektionen mit MultiHance (Gadobenat-Dimeglumin) und Omniscan (Gadodiamid) deutliche GdAblagerungen beobachtet wurden. (Raeschert 2018)
Die FDA dokumentierte, dass die prozentuale Menge an Gadolinium, die pro Tag freigesetzt wird, für das makrocyclische, ionische GBCA Dotarem und für die makrocyclischen nichtionischen GBCA ProHance und Gadavist vergleichsweise gering ist. (<0,007% / Tag). (Chen 2011)
In ihrer Übersicht stellen Chehabeddine und Kollegen fest, dass alle makrocyclischen GBCA weiterhin verwendet werden, „da keine verfügbaren gültigen Beweise sie mit der Gadoliniumretention im Gehirn in Verbindung bringen. Die Forscher geben auch an, dass „es bisher keine Beweise dafür gibt, dass die Gadoliniumretention bei Patienten mit normaler Nierenfunktion zu Krankheiten oder Störungen führt. Weitere Untersuchungen mit Langzeitstudien sind erforderlich. “ (Chehabeddine 2019)
In der Medizin wird die Chelat-Therapie zur Diagnose und Behandlung von Metallvergiftungen und chronischen Metallbelastungen eingesetzt. Dafür wird ein Chelatbildner verwendet, der Metallionen bindet. Die so entstandenen Metallchelate können dann vom Körper eliminiert werden. Somit werden derzeit Chelatbildner eingesetzt, um die Bindung und Eliminierung der im menschlichen Körper vorhandenen Gadoliniumablagerungen zu fördern. Eine zunehmende Anzahl von Ärzten betrachten die Chelatbildung als vielversprechende Therapie für Patienten, die möglicherweise unter GDD leiden.
Die molekulare Struktur jedes GBCA bestimmt seine Stabilität. Magnevist® ist ein linearer Molekülkomplex aus DTPA und ionischem Gadolinium. Laut dem Sicherheitsdatenblatt des Herstellers ist Magnevist® eine stabile Verbindung (Beyer Health Care Pharmaceuticals 2008); In der FDA-Veröffentlichung von 2011 wurde jedoch angegeben, dass Magnevist® Gadolinium mit einer Rate von 0,16% / Tag freisetzt und somit als nicht stabil eingestuft werden sollte. (Tabelle 2)

Chelatbildner, auch Chelatoren genannt, sind chemische Verbindungen, die mit Metallionen unter Bildung eines stabilen Komplexes reagieren. Diese Chelatbildner konkurrieren mit Körperliganden um Metalle. Aufgrund ihrer spezifischen Sulfhydryl-, Carboxyl- oder Hydroxylgruppen unterscheidet sich ihre Affinität zu Metallen.
DMPS (2,3-Bis (sulfanyl) propan-1-sulfonsäure) oder DMSA (Dimercaptobernsteinsäure) enthalten Sulfhydrylgruppen, die Metalle wie Arsen oder Quecksilber binden.
Die EDTAs (Ethylendiamintetraessigsäure) binden Metalle über Carboxylat- und Amingruppen und bilden mit Mn (II), Cu (II), Fe (III), Pb (II) und Co (III) Komplexe, indem sie das ihrem jeweiligen Molekül vorhandene Metall freisetzen, damit ein anderes (meist giftigeres) Metall aufgenommen und gebunden werden kann. So wird z.B. das Calcium des CaEDTAs freigesetzt, damit Blei gebunden werden kann. Es findet ein Austausch an Metallen statt.
Die DTPAs (Pentetinsäure oder Diethylentriaminpentaessigsäure) sind Komplexbildner aus der Gruppe der synthetischen Polyaminopolycarbonsäuren, die eine hohe Affinität für bestimmte Schwermetalle und Radionuklide aufweisen. Die Wirkung der DTPA Substanzen basiert ebenfalls auf einem Metallaustausch.
So wird bei der Anwendung von CaDTPA (Calciumtrinatriumdiethylentriaminpentaacetat) das Calciumion gegen ein Metallion ausgetauscht, das eine größere Bindungskonstante mit DTPA aufweist. Bei ZnDTPA (Zink-Diethylentriaminpentaacetat) wird das Zink-ion ebenfalls mit einem Metallion ausgetauscht, das eine größere Bindungskonstante mit DTPA aufweist. Die Ausscheidung des erzielten Metallchelatkomplexes erfolgt überwiegend über die Nieren. (Drisko 2018).
Somit funktionieren die EDTAs oder DTPAs durch Metallaustausch, während dies bei DMSA oder DMPS nicht der Fall ist. Letztere tauschen nicht aus, sie binden lediglich an vorhandene Strukturen.
Einige Forscher halten die EDTAs und DTPAs für potenzielle Gadolinium-Chelatoren Weinmann bemerkte allerdings, dass die Stabilitätskonstante für GdDTPA dagegen spricht. (Weinman 1984)
Allerdings, wird Gadolinium aus einer GBCA freigesetzt, wie in Tabelle 2 angegeben, steht freies Gadolinium zur Bindung zur Verfügung. Es besteht somit die Möglichkeit, dass DTPA und in geringerem Maße EDTA dieses freie Gadolinium bindet, damit der so entstandene Metallchelatkomplex renal ausgeschieden werden kann. Dies würde die Gadoliniumdekorporierung beschleunigen.
CaDTPA und ZnDTPA wurden seit über 40 Jahren in Medizin und Forschung eingesetzt. Welche der DTPAs jedoch besser für die Behandlung der Gadoliniumexposition geeignet sind, ist nicht ausreichend belegt. Für die Behandlung akuter interner Kontaminationen empfiehlt die FDA dass mit dem stärkeren Wirkstoff CaDTPA zu beginnen sei; mit ZnDTPA soll dann fortgefahren werden (FDA 2015).
Semalka und Kollegen berichteten in ihrer interim Studie (25 symptomatische Patienten mit Gadolinium-Ablagerungskrankheit), dass alle Patienten (18 Frauen; Durchschnittsalter 46,8 ± 15,3 Jahre) mindestens 1 Verabreichung eines Kontrastmittels auf Gadoliniumbasis erhalten hatten. Diese Patienten erhielten im Abstand von 1 Monat 15 Behandlungen und danach im Abstand von 1 Woche 10 Behandlungen.In allen Fällen bestand jede Behandlung aus einer Anwendung von jeweils Ca-DTPA und Zn-DTPA, die durch 24 Stunden getrennt waren. Es wurden Gd-Messungen des 24-Stunden-Urins vor und nach der Chelatbehandlung durchgeführt, wie auch am ersten und zweiten Therapietag. Die symptomatische Verbesserung der Patienten wurde unter Verwendung einer 10-Punkte-Skala von Patientensymptomen bestimmt.
Laut Semalka stieg der Gadoliniumgehalt im Urin während des monatlichen Regimes um das 30,3-fache an (P <0,001). Während des wöchentlichen Regimes wurde ein 12,9-facher Anstieg (P <0,001) verzeichnet. Insgesamt verbesserten sich die Symptome bei 13 Patienten, blieben unverändert bei 10 und verschlechterten sich bei 2. Bei den Symptomen Kopfschmerz, Gehirnnebel und Knochenschmerzen zeigte sich eine signifikante klinische Verbesserung während es monatlichen Regimes; Armschmerzen und Beinschmerzen reduzierten sich während des wöchentlichen Regimes. (Semalka 2018)
In einer Folgestudie, die 2019 veröffentlicht wurde, führten Semalka und Ramalho das Grundschema des Protokolls auf: CaDTPA-Tag 1, ZnDTPA-Tag 2, analog zu den Protokollen, die für die „Dekorporation“ radioaktiver Metalle verwendet wurden. Der Vorgang wurde wöchentlich oder monatlich für insgesamt drei Zeitpunkte der Chelatbehandlung wiederholt. Der Anstieg der Gd-Ausscheidung war nach CaDTPA am Tag 1 größer als mit ZnDTPA am Tag 2. Die Forscher stellten fest, dass selbst nach Anwendung makrocyclischer GBCA der Urinspiegel von Gd erhöht war, jedoch um weniger als die Hälfte des Anstiegs, der für alle anderen GBCA insgesamt beobachtet wurde. [Semalka 2018].
Prybylski und Kollegen konnten in ihrer Studie an Ratten nach wiederholter ZnDTPABehandlung keine Verringerung der Gd-Konzentration in einem Organ beobachten. Für diese Studie erhielten die Tiere 10 Dosen von 1 mmol / kg Gadodiamid intravenös injiziert und gleichzeitig oder nach 1, 4 oder 8 Stunden ZnDTPA (30 & mgr; mol / kg).Nach der Euthanisierung wurden die Gewebe drei Tage nach der letzten Dosis Gadodiamid entnommen und die Gd-Konzentrationen des Gewebes mittels ICP-MS Analytik bewertet. Zusätzlich wurde eine simulierte Gewebebehandlung mit einer einzelnen Dosis von 0,1 mmol / kg Gadopentetat mit 30 μmol / kg DTPA entweder gleichzeitig oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach GBCA durchgeführt. (Prybylski 2019)
Boyken et al. beschrieben eine CaDTPA-Chelatbehandlung zur Gd-Entlastung bei Nagetieren. Die Tiere erhielten drei Infusionen von CaDTPA oder Kochsalzlösung einmal wöchentlich. Die Forscher beobachteten, dass bei den Nagetieren, die lineares GBCA (z. B. Gadopentetat; Magnevist) erhielten, die DTPA-Verabreichungen einen 10-fachen Anstieg von Gd im Urin erzielte. Parallel dazu nahm die Gd-Konzentration im Gehirngewebe ab. Im Gegensatz dazu mobilisierte CaDTPA kein Gd bei den Tieren, die makrocyclisches Gadobutrol erhielten, was darauf hinweist, dass Gadobutrol kein freies Gadolinium hinterließ. (Boyken 2019)
Greenberg berichtet, dass das Risiko einer Gadoliniumretention durch Verwendung zyklischer statt linearer GBCA verringert wird. Anhand eines Fallbeispiels zeigt er, dass „ein Patient mit chronischer Zinkvergiftung durch Anwendung einer Prothesencreme nach einem Magnetresonanztomographieverfahren Gadolinium zurückgehalten hat, wahrscheinlich aufgrund einer Transmetallierung. Während der Chelattherapie erhöhte sich der Gadoliniumspiegel im Urin (bis zu 89 μg / Tag, 29 Tage nach der Verabreichung von Gadolinium), was darauf hinweist, so Greenberg, dass Gadolinium zurückgehalten worden war. Fast 2½ Jahre nach der Gadolinium-Exposition zeigte eine 24-Stunden-Urinsammlung, dass der Gadoliniumspiegel noch immer im erhöhten Bereich lag (0,6 μg / Tag). Dieser Einzelfallbericht legt nahe, dass Patienten mit erhöhter Zinkexposition ein erhöhtes Risiko für eine Gadoliniumretention haben. “ (Greenberg 2010
Greenberg erwähnt nicht, dass die renale Gadoliniumausscheidung nach GBCA noch über längere Zeit ohne Intervention erfolgt.
Um Semalkas und weitere Forschungsergebnisse zu bestätigen, haben wir Urinproben ausgewertet, die MRT-Patienten zwischen 2007 und Mitte 2018 eingegangen waren. Jeder der Patienten hatte mindestens eine MRT erhalten. Welches GBCA, linear oder mikrozyklisch verabreicht wurde und zu welchem Zeitpunkt, war uns nicht bekannt.
Bei jedem der Probanden wurde der Urin vor und nach der Chelatbildung gesammelt und zwar am gleichen Tag. Wir verglichen die Gadoliniumkonzentration dieser Urinproben, die vor und nach der Chelatbildung entnommen worden waren.
Wir fanden keine Daten für Chelat-Behandlungen, die nur mit CaDTPA oder ZnDTPA durchgeführt wurden, lokalisierten jedoch zwei Patienten bei denen am gleichen Tag jeweils eine Urinprobe vor und nach der Chelattherapie mit DMPS + ZnDTPA entnommen worden war. Es ist zu erwähnen, dass bei der Kombinationstherapie DMPS + ZnDTPA diese beiden Chelatsubstanzen am selben Behandlungstag zeitnah verabreicht werden. Dieses Chelatprotokoll wurde von Dr. Peter VanderSchaar aus Leende, Niederlande, erstellt. Dabei wird DMPS (1 ml / min) in die Vene injiziert und nach 10 Minuten oder mehr wird ZnDTPA in dieselbe Vene verabreicht. Tabelle 6 zeigt, dass nach dieser Chelatbehandlung kein Anstieg der Gadoliniumausscheidung festgestellt werden konnte.
Es muss bemerkt werden, dass Semalkas Studien sich auf 24-Stunden-Urinsammlungen beziehen, d.h. die Gadoliniumkonzentration ist in µg / 24 h angegeben. Für diese Berechnung wird das 24h Probenvolumen benötigt.
Die Gadolinium-Messwerte in Tabelle 4-6 beziehen sich auf Kreatinin im Urin. Bei dieser Berechnung werden potenzielle Fehlerquoten verringert, die sich aus einem falschen Probenvolumen ergeben. Nach unserer Erfahrung ist das von Patienten- oder Arzthelfern bereitgestellte Probenvolumen selten korrekt. Somit ist es heute gang und gäbe, dass Urinmesswerte in mcg/g Kreatinin angegeben werden.
Semalkas Arbeit umfasste nur die Verabreichung von DTPA. Unsere Datenbank zeigte jedoch nur Testergebnisse für die Kombinationsbehandlung DTPA + DMPS. Um Fehler auszuschließen, verglichen wir auch die Basalurin- und Post-DMPS-Messwerte. Siehe Tabelle 5
In der 2008 veröffentlichten Produktmonographie Dimaval® listet Dr. Johann Ruprecht, Chemiker der Firma Heyl, Berlin die physikalisch-chemischen Parameter einer Reihe von Metallen auf. Der Autor berichtet über pharmakologische Experimente und Veröffentlichungen zur Bioverfügbarkeit von DMPS und seiner Metallbindungsfähigkeit. Gadolinium ist dieser Monographie nicht aufgeführt. Nach Angaben des Autors waren zu diesem Zeitpunkt keine entsprechenden Veröffentlichungen verfügbar. Dr. Ruprecht stellte auch fest, dass die Frage der GBCA-Sicherheit vor 2008 nicht aufgetaucht war. Erst nach 2014 zeigten Studien, dass Gadolinium im Gehirn abgelagert und zurückgehalten wird (Gulani 2017). Dr. Ruprecht vermutete, dass DMPS nicht mit Gadoliniumionen reagiert.
Für interne Forschungszwecke untersucht Micro Trace Minerals seit Jahren Gadolinium in Humanproben, vor allem im Urin vor und nach Chelattherapie. Wir haben daher Urindaten zu Gadolinium aus unserer Datenbank ausgewertet, um die Hypothese von Dr. Ruprecht zu beweisen oder zu widerlegen.
Tabelle 5 zeigt die Gadoliniumkonzentration im Urin, vor und nach der intravenösen Injektion einer Ampulle DMPS (250 mg). Von 25 Probenpaaren, bestehend aus Urin vor und nach der Chelatbildung, zeigte keines davon eine höhere Gadoliniumkonzentration nach der Chelatbildung. Die Aussage von Dr. Ruprecht wurde somit bestätigt.

In Deutschland verwenden immer mehr Chelat-Therapeuten die Kombinationsbehandlung
DMPS + CaEDTA. Der Grund für die Anwendung dieser Kombination ist die Annahme, dass die gleichzeitige Verabreichung von zwei starken, jedoch unterschiedlich wirkenden Chelatoren die Metallbindung und -eliminierung der unterschiedlichen Metalle erhöht. Bei diesem neuartigen Therapiekonzept handelt es sich um die zeitnahe Verabreichung zweier Chelatsubstanzen (DMPS plus CaEDTA). Man erhofft sich den „Two-for-One-Effekt“.
In unserer Datenbank haben wir nur sechs Patienten lokalisiert, bei denen vor der DMPS / Ca-EDTA-Mobilisierung Urin entnommen wurde. Tabelle 6 zeigt, dass in diesen Fällen die Gadoliniumausscheidung vor der Chelatbildung höher war.

BEWERTUNG DER URINKONZENTRATION VOR UND NACH CHELATION
Die Tabellen 4 bis 6 zeigen, dass die diagnostische Beurteilung von Gd im Urin den Vergleich von Messwerten vor und nach der Chelatbehandlung erfordert. Wird nur der Provokations- Messwert bewertet, führt dies zu einer Fehlinterpretation der Ergebnisse. Wenn zum Beispiel der Chelat-Therapeut seinen Behandlungsplan allein auf einen Provokationsurin-Messwert stützt, kann die Illusion eines „Erfolgs“ entstehen, obwohl die Gadolinium-Ausscheidung im Urin vor der Chelatbildung tatsächlich höher lag als nach Provokation, was bedeutet, dass die körpereigene Ausscheidungsfähigkeit effektiver als die medizinische Behandlung war.
GBCA verbleiben länger im Körper als bisher angenommen. Wir konnten nachweisen, dass Gadolinium auch ohne Anwendung von Chelatbildnern renal eliminiert wird und zwar über längere Zeit. Unsere Daten bestätigen auch, dass DMPS die Bindung und Ausscheidung von Gadolinium nicht beeinflusst. Dass die kombinierte Chelatbehandlung von CaEDTA oder ZnDTPA mit DMPS die Bindung und Ausscheidung von Gadolinium fördert, konnte aufgrund des Mangels an ausreichendem Probematerial nicht nachgewiesen werden.
Daten von Semalka und Kollegen legen nahe, dass die DTPAs Gadolinium nach GBCARetention „entgiften“. Andere Forscher konnten dies nicht bestätigen. Da die FDA bestätigte, dass die linearen GBCA das toxische Gadolinium-Ion freisetzen, scheint es wahrscheinlich, dass freies Gadolinium von den DTPAs und möglicherweise den EDTAs gebunden und renal eliminiert wird. Die Voraussetzung hierfür ist, so die Meinung der Autorin, dass jede dieser Chelatsubstanzen allein verabreicht wird.
Wir schlagen weitere und umfassendere Studien vor, wobei die Aufmerksamkeit auf das jeweilige GBCA-Produkt, (linear oder macrocylisch) gerichtet werden sollte, da dies der entscheidende Punkt bei der Entwicklung und Behandlung von GDD zu sein scheint. Ob die Notwendigkeit der Mono-Chelattherapie mit DTPA oder EDTA bei der Behandlung einer Gadoliniumretention gegeben ist, sollte verfolgt werden.
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Eleonore Blaurock-Busch MSc PhD
Leiterin des Arbeitskreises klinische Toxikologie
(Dieser Artikel ist eine Übersetzung des Artikels: Gadolinium In Medicine-An Evaluation and Update, erschienen im International Journal of Oncology Research and Therapy. 21. Sept. 2020)
Unser Mitglied Dr. M- P. Jaumann hat den Artikel von Tarbox, Branch und Fried über Proteine mit kognitiven assoziierten Strukturveränderungen (1, 2) wie folgt kommentiert:
Störungen der Protein Faltung. Neue Aspekte und mögliche Folgen.
Den Nobelpreis 1974 für Physiologie bzw. Medizin erhielt u.a. George PALADES mit wegweisenden Forschungen in seinem zellbiologischen Labor am Rockefeller Institute in New York. Der gebürtige deutsche Günther BLOBEL (Nobelpreis 1999) hat dort viele Jahre gearbeitet, auf diesen Erkenntnissen aufgebaut, diese weiterentwickelt und dabei auch zellbiologisch wichtige Entdeckungen gemacht.
Seine wegweisenden Erkenntnisse der topogenen Signale in den Zellen haben das Verständnis für einige medizinisch wichtige Mechanismen ermöglicht. Diese topogenen Signale „steuern“ in der Zelle die Proteine, damit diese am richtigen Platz ankommen und dort auch richtig eingebaut werden.
Die sogenannten Signalsequenzen bestehen aus einer Kombination von Aminosäuren, die mal am Ende eines Proteins sitzen, manchmal in der Mitte, oder aber am C–Terminus. Die Chaperones* sorgen dafür, dass für die Rezeptoren die Signalsequenz erkennbar wird. Diese Chaperones „begleiten“ die neu gebildeten Proteine bis zur endgültigen 3–D–Struktur (das ermöglicht Wechselwirkungen mit anderen Faktoren auf diesem Weg!).
Im Artikel „Prionen und ZNS– Erkrankungen“ (1999) schreiben D. RIESNER und K. POST über das zelluläre Protein (PRᶜ) und das pathologische, krankmachende Scrapie– Protein (PRˢᶜ). Unklar sei noch die Funktion des menschlichen Prions.
Im Jahr 1997 erhielten Stanley PRUSINER und Charles WEISMANN den Nobelpreis für die damals formulierte Theorie „Protein– only–Hypothese“. Diese beinhaltet, dass bereits eine Konformationsänderung der normalen zellulären, gesunden Struktur des Prions (PRᶜ) ausreicht dieses in das pathologische, krankmachende Scrapie Prion (PRˢᶜ) umzuwandeln. Das ist der entscheidende Schritt und setzt die Vermehrung der pathologischen Prionen in Gang.
Mit der Entdeckung der Prionen (Prion = infectious protein) hat er eine bis dahin unbekannte Art von Pathogenen entdeckt, die weder Bakterien, Viren noch Pilze sind. Prionen sind falsch gefaltete Proteine, die sich in dieser abnormalen Form vervielfältigen können. Allein der Kontakt der Proteine ist schon ausreichend. Das macht diese pathologischen Proteine höchst infektiös (Martin KAATZ et al 2012).
Wenn sie sich ansammeln oder akkumulieren dann können Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer oder andere neurodegenerative Erkrankungen bei Menschen und Tieren die Folge sein.
Am 24. Nov. 2000 wurde die erste deutsche BSE-erkrankte Kuh in einem Hamburger Labor erkannt. Die letzte von 260 Gewebeproben aus dem Gehirn von Rindern war positiv (spätere Recherchen zeigten, dass diese Kuh als Kalb Milch-Ersatzprodukte als Nahrung bekommen hatte, sprich Tiermehl und aus Schlachtabfällen gewonnene Eiweiße waren diesen Milch- Produkten zugesetzt).
Im Januar 2001 hat die lange geplante Veranstaltung zum Thema „BSE - eine Gefahr für die Bevölkerung?“ in der kassenärztlichen Vereinigung Nordwürttemberg in Stuttgart stattgefunden. Hochkarätige Experten aus Europa waren als Referenten zu Gast (Adriano AGUZZI, Detlef RIESNER, Steven DEALLER sowie der Staatsminister Prof. Konrad BEYREUTHER). In einem umfangreichen Artikel berichtete das Deutschen Ärzteblatt vom 2. März 2001. Damals war die Einschätzung bzgl. Ursachen, Ausbreitungswegen noch unklar. Neben dem Thema fehlgefalteter Proteine und Prionen blieb die Fragen offen: was triggert die Fehl-Faltung der Proteine? Gibt es gemeinsame Schritte im Metabolismus der Zellen?
So hat AGUZZI noch 2003 in Science die Frage aufgeworfen – Alzheimer und Prion- Krankheiten könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber trotz alledem haben sie viele Gemeinsamkeiten im Metabolismus der neuronalen Nervenmembran: das Amyloid- Vorstufen-Protein APP beim Alzheimer und das normale zelluläre Prionen-Protein bei den Prionen-Erkrankungen.
Beide Substanzen sind mit den Krankheiten verknüpft. Wir wissen aber nicht, warum und was deren Akkumulation und Neuro-Toxizität in Gang setzt. Könnten die Ursachen in Mikro- und Nanopartikeln in Luft oder Nahrung gefunden werden, die mit einer Vielzahl von Fremdstoffen belastet sind? Oder eher in Chemikalien wie zum Beispiel Organo-Phosphat-Pestizide, die in England im großen Stil den Rindern am Rücken (Wirbelsäule) aufgetragen wurden?
Im Jahr 2015 berichteten AGUZZI und Mitarbeiter darüber, dass die RNA-Moleküle von besonderem Interesse seien und ein interdisziplinäres Team dabei sei, „das Geheimnis der Prionen“ zu knacken. Er wolle es endlich schaffen, im Reagenzglas das normale Prionen Protein in das pathologische Prion zu überführen.
Dann die große Freude: Erstmals werden die Wirkungen der Prionen und Proteine auf die Nerven von AGUZZI, KÜFFER und Mitarbeitern im Detail nachgewiesen (Nature 2016).
Ein wichtiger Effekt ist, dass das zelluläre „normale“ Prionen-Protein, hergestellt von den Neuronen, an den Schwann-Zellen andockt (Gpr 126). Agieren das Prion–Protein und der Rezeptor gemeinsam erhöht sich der Botenstoff (cAMP), der für das Wohlerhalten und den Schutz der Nervenhüllen essenziell ist.
Die Auswirkungen von z.B. Pestiziden beschreibt Shweta DEVI in Chemosphere 2020. Es zeigt sich bei den Untersuchungen, dass sich die Pestizide (Rotenone, Chlorpyrifos) fest an das metabolische Protein MDH (Malat–Dehydrogenase) binden, die Faltung der Proteine stören und weitere Schäden verursachen. Diese zytotoxischen und oxidativen Schäden vermindern die Zellfunktionen (z.B. der Mitochondrien). Das erklärt das erhöhte Risiko für Neurotoxizität und neurodegenerative Erkrankungen bei Exposition gegenüber diesen Pestiziden. Gedächtnis und die Lernfähigkeit werden dosisabhängig gestört und vermindert.
Der angefügte aktuelle Artikel von Stephen FRIED, John-Hopkins-Universität in Baltimore, wurde im Deutschen Ärzteblatt vom August 2025 besprochen. Von besonderem Interesse ist, dass bei den Tierversuchen über 200 verschiedene, falsch gefaltete Proteine gefunden wurden. Unklar ist noch, was daraus folgt.
Sicher ist: Es waren wesentlich mehr als erwartet.
Ebenfalls sicher: Diese Ergebnisse belegen die Diskussionen, die beim Symposium in Stuttgart 2001 geführt wurden. Eine Vielzahl verschiedener Substanzen beziehungsweise von Fremdstoffen in den Zellen begünstigt Störungen der Protein-Faltung. Das könnte die zelleigenen Kontrollen überfordern und damit die Entsorgung solcher Proteine ggf. verhindern.
Die Autoren FRIED et al. stellen fest, dass die Annahme, die fehlgefalteten Proteine seien nur dann störend, wenn sie zu Amyloid verklumpten, falsch sein könnte: „wir glauben, dass viele Proteine fehlgefaltet sein können, keine Amyloide bilden und trotzdem problematisch sind“ sagt FRIED.
Dr. M. P. Jaumann, Göppingen
Prof. Dr. H. Schweisfurth, Cottbus
1. https://www.aerzteblatt.de/news/demenz-deutlich-mehr-fehlgefaltete-proteine-als-bekannt-konnten-zu-der-erkrankung-beitragen-d56cfe23-30b2-4312-9b2b-5d0933f46b77
2. Science Advances 2025, DOI: 10.1126/sciadv.adt3778.
* In der Molekularbiologie werden unter „Chaperones“ Proteine bezeichnet, die in Zellen für die korrekte Faltung anderer komplexer Proteine sorgen.
]]>Das Programm im Überblick:
14:00 Uhr – Eröffnung durch Dr. Karlheinz Graf
14:10 Uhr – Heike Krüger (nano-Control): Laser- & 3D-Drucker: Belastung der Innenraumluft durch ultrafeine Partikel (PM0.1)
Studien, Praxiserfahrungen und alltagstaugliche Tipps – verbunden mit klaren Forderungen nach Grenzwerten für saubere Atemluft.
14:40 Uhr – Dr. Eleonore Blaurock-Busch: Wirkung der Ewigkeitschemikalien (PFAS) auf Umwelt und Gesundheit
15:10 Uhr – Prof. Dr. Hans Schweisfurth: Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik auf Gesundheit und Umwelt
15:40 Uhr - Teresa Abele: Vorstellung der plastikfreien Elima Naturcreme (DGUHT geprüft)
15:43 Uhr – Pause
15:50 Uhr – Prof. Dr. Ulrich Zißler: Baubiologie trifft Zellbiologie: Auswirkungen der Innenraumumwelt auf Atemwege und Schleimhäute
16:20 Uhr – Matthias von Herrmann, M.A. (Diagnose Funk e.V.): Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich?
Studienlage, Verhaltenstipps und Alternativen
16:50 Uhr – Ende der Vortragsveranstaltung
17:00 Uhr – Mitgliederversammlung (nur für DGUHT-Mitglieder)
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Auch in diesem Jahr können Sie kostenfrei und bequem von zu Hause an der Jahresveranstaltung teilnehmen. Im Rahmen der Vorträge wird ausreichend Zeit für Ihre Fragen eingeplant.
Eine kurze Anmeldung genügt: Schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@dguht.de. Sie erhalten umgehend eine Bestätigung. Sollten Sie bereits registriert sein, ist keine weitere Aktion erforderlich – die Zugangsdaten senden wir Ihnen 1–2 Tage vor der Veranstaltung zu.
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Wir freuen uns, Sie am 20. September 2025 online begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Karlheinz Graf
Präsident der DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt
Einige der charakteristischen Anzeichen sind das ausgeprägt unaufmerksame und impulsive Verhalten, dazu kommen eine allgemeine Unruhe, übermäßiger Bewegungsdrang, eine Reizoffenheit und geringes Durchhaltevermögen. Das typische ADHS-Kind plappert viel und gerne, sucht Aufmerksamkeit, ist ungeduldig, neigt zu Wutanfällen und hat Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren. Somit gelten ADHS-Kinder bis ins Erwachsenenalter als Chaoten mit einem hohen Mitteilungszwang und gleichzeitig hohem Bewegungsdrang.
Die einzelnen Symptome wie z.B. unüberlegtes Handeln oder Unaufmerksamkeit können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen nicht immer alle gleichzeitig auftreten. Allgemein gilt: Die Auffälligkeiten müssen über einen längeren Zeitraum (mindestens sechs Monate) und in verschiedenen Lebensbereichen des Kindes (Familie, Schule und Freizeit) auftreten und diese beeinträchtigen, damit man wirklich von ADHS sprechen kann.
Internationalen Berichten zufolge leiden Patienten mit ADHS häufig unter folgenden Beschwerden:
Diese sind vielfältig. Kommen mehr Faktoren, die zur ADHS-Entwicklung führen, zusammen, wird die Entwicklung beschleunigt. Symptome treten verstärkt auf. Häufig auftretende Ursachen sind:
Jede dieser Faktoren kann ADHS auslösen, meistens wirken jedoch diese Faktoren zusammen und interagieren. Beispielsweise beschleunigt das Zusammenwirken von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen die Entwicklung.
Die obig erwähnten Faktoren sind zwar krankheitserschwerend, können jedoch relativ gut behandelt und kostensparend eingesetzt werden. Mögliche Therapien wären beispielsweise:
Bleibt ADHS unbehandelt, kann das ernsthafte Folgen für das Kind und sein gesamtes familiäres Umfeld nach sich ziehen. Schulversagen, Familienprobleme oder eine erhöhte Suchtgefahr sind oft die Folge. In den meisten Fällen kann den betroffenen Kindern und Jugendlichen durch intensive Betreuung und gezielte Symptombehandlung eine weitgehend normale soziale und schulische Entwicklung ermöglicht werden. Heute stützt sich die Behandlung von ADHS auf mehrere Säulen. Individuell kombiniert werden nach Aufklärung und Beratung aller Betroffenen eine Psychotherapie, z. B. Verhaltenstherapie des Kindes, Eltern- und Lehrertraining sowie im Einzelfall auch eine medikamentöse Therapie eingesetzt.
Als Orientierungshilfe für die Behandlung betroffener Kinder, Jugendlicher und Erwachsene steht seit 2017 eine von medizinischen Fachgesellschaften entwickelte Leitlinie der höchsten Entwicklungsstufe zur Verfügung, die S3-Leitlinie "ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“.
Nach dem Schuleintritt wurden bei Anton ADHS Symptome zu einem anhaltenden Thema der Eltern-Lehrer Gespräche. Letztendlich bestand die Klassenlehrerin auf einer Ritalinbehandlung. Als Alternative galt die Versetzung in eine Förderschule.
Die Mutter suchte daraufhin einen Therapeuten auf, der nach gründlicher Anamnese eine Haarmineral-Analyse (HMA) durchführte. Testergebnisse wiesen auf eine Blei- und Quecksilberbelastung, sowie eine zusätzliche leichte Cadmium- wie auch Zinnbelastung. (Bild 2) Erschwerend zeigte sich die Unterversorgung mit Calcium und Magnesium sowie dem Spurenelement Zink. (Bild 1) Die von der Therapeutin durchgeführte Diätüberwachung wies auf Kuhmilchunverträglichkeit und typische Laktoseintoleranz. Bemerkt werden muss, dass die Laktoseintoleranz allgemein auf einem Enzymmangel (Laktase) beruht, wogegen die Kuhmilchunverträglichkeit meist bei Verdauungs-, vor allem Darmschwäche auftritt.
Interessanterweise waren Milchgetränke und Käsegerichte (Pizza etc) die Nahrungsmittel, die der Junge bevorzugte. Die regelmäßig und mengenmäßig gute Zufuhr an Kuhmilchprodukten hätte eigentlich eine ausreichende Calciumversorgung garantieren sollen. Doch die HMA-Ergebnisse zeigten gegenteiliges. Daraufhin wurde in Gesprächen festgestellt, dass der Junge sich nach dem Abstillen im Alter von 7 Monaten zu einem Schreibaby mit Bauchweh und Schlafstörungen entwickelte, alles typische Anzeichen einer Laktoseintoleranz und Kuhmilchunverträglichkeit.
Die Therapie umfasste eine kuhmilchfreie Ernährung. Es wurde zusätzlich mit den verdauungs- und darmunterstützenden Maßnahmen eine individuelle Zufuhr an Mineralstoffen und Spurenelementen verabreicht, die laut HMA notwendig waren um den Mineralstoffhaushalt des Kindes zu normalisieren. Zink wurde mit Vitamin B6 getrennt von Calcium verabreicht.
Interessanterweise ließ die Mutter die Klassenlehrerin im Glauben, dass der Junge mit Ritalin therapiert wurde und schon nach wenigen Wochen wurde sie bei einem weiteren Eltern-Lehrer Gespräch über die positive Entwicklung des Buben informiert. Die Schulversetzung war kein Thema mehr. Im Gegenteil, die Lehrerin äußerte sich positiv über den Fortschritt ihres Schülers, nahm an, dass dieser auf einer Ritalin-Therapie beruhte. Die Mutter befürchtete, dass diese ‚alternative‘ Behandlung von der Lehrerin nicht anerkannt oder sogar abgelehnt werden könnte. Somit erwähnte sie weder die diagnostischen Maßnahmen noch die tatsächliche Nährstofftherapie und Ernährungsumstellung, die zum Erfolg geführt hatten. Der Junge entwickelte sich gut, schulisch wie auch sozial. Sein Verlangen nach Kuhmilchprodukten blieb bestehen, wenn auch in geringerem Maße. Laktosefrei Produkte dienten als Lückenbüßer.
Bild 1:

Bild 2:

Links
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) » Ursachen »
Umweltfaktoren als Ursache von ADHS: Einflüsse und Wechselwirkungen - ADxS.org
Aufmerksamkeits-Defizits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) | Umweltbundesamt
Neurobiologie der ADHS – Menschen mit ADHS
Alters_und_geschlechtsspezifische_Besonderheiten_der_ADHS.pdf
Autismus / Asperger / ADHS - MicroTrace Minerals- Die genetische Komponente
Neurotoxic Metals Affecting Autism / Asperger / ADHD - MicroTrace Minerals
Autorin:
Eleonore Blaurock-Busch MSc PhD
Leiterin des Arbeitskreises klinische Toxikologie
Fachtagung für gesunde Innenräume – baubiologica
📅 Datum: 22. Mai 2025, 9:00 – 17:00 Uhr
💻 Ort: Online
Ein besonderes Highlight: Gleich zwei Vorstandsmitglieder unseres Verbands werden mit spannenden Vorträgen vertreten sein – unser Vizepräsident Karl-Heinz Weinisch sowie Waldemar Bothe.
Auszug aus dem Programm:
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Die Autoren stellen klar: Fluoride sind biologisch schwer abbaubare Umweltgifte. Eine regelmäßige Aufnahme, auch in kleinsten Mengen, führt über Jahre hinweg zu einer schleichenden Anreicherung im Körper – mit potenziell schwerwiegenden Folgen. Sichtbar wird dies zunächst durch Zahnfluorosen, gekennzeichnet durch weiße bis braune Flecken auf den Zähnen. Doch diese äußerlichen Veränderungen könnten nur die Spitze des Eisbergs sein.
Langfristige systemische Fluoridzufuhr kann laut aktuellen Erkenntnissen unter anderem:
Besonders besorgniserregend sind Forschungsergebnisse, die auf eine neurotoxische Wirkung von Fluoriden hinweisen. In Studien zeigte sich, dass bereits geringe Fluoridbelastungen während der Schwangerschaft das Gehirn des ungeborenen Kindes schädigen können. Kinder, die in Regionen mit hoher Fluoridexposition leben, wiesen signifikant niedrigere IQ-Werte auf. Auch Zusammenhänge mit der Entstehung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen werden diskutiert.
Die Autoren betonen, dass Karies keineswegs eine klassische Mangelerkrankung durch zu wenig Fluorid ist. Studien belegen: Nach dem Absetzen der Trinkwasserfluoridierung in mehreren Regionen – etwa in den USA und in Basel – stieg die Kariesrate nicht wie befürchtet an. Vielmehr spielen Faktoren wie Ernährung, Mundhygiene und genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle.
Angesichts der dokumentierten Risiken fordern Dr. J. und K. Graf ein Umdenken im Umgang mit systemischer Fluoridierung. Der bisher weitgehend sorglose Einsatz müsse kritisch hinterfragt werden. Statt pauschaler Fluoridgaben sollten individuelle Vorsorgestrategien, bessere Ernährungsempfehlungen und eine intensive Mundhygiene im Vordergrund stehen.
„Fluorid ist kein harmloser Nährstoff – sondern ein potenzieller Problemstoff, mit dem wir vorsichtiger umgehen müssen“, so die Autoren abschließend. Sie appellieren an die Zahnmedizin, die Pädiatrie und die Gesundheitspolitik, sich der offenen Fragen und Risiken stärker anzunehmen und umfassendere Studien zu fordern – insbesondere zum Schutz der Kinder und zukünftigen Generationen.
Weitere Informationen und den ausführlichen Artikel dazu erhalten Sie auf Anfrage:
Geschäftsstelle der DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt
Graf J, Graf K. Fluoride. Über Risiken und Nebenwirkungen einer systemischen Fluoridierung. pädiat prax 2024; 101 (2): 276–282
]]>Das Element Thallium (Tl) wurde im Jahre 1861 von dem englischen Physiker und Chemiker Sir William Crookes (1832-1919) in London entdeckt. Bereits 1962 konnte der Franzose Claude Auguste Lamy einen kleinen Barren des reinen Metalls herstellen und vorzeigen. Thallium ähnelt Blei in seinen Eigenschaften, kommt jedoch in der Natur in reiner Form nicht vor. Wichtige Vorkommen an thalliumhaltigen Erzen liegen in Wyoming/USA, in Schweden und in Russland.
Thallium und seine Verbindungen sind hochgiftig. Wenige Milligramm einer Thallium Verbindung führen zu schweren Vergiftungen, die bei Mensch wie auch Tier Übelkeit, Brechreiz, Bauchkrämpfen, Durchfall, Nierenschäden und Haarausfall auslösen können. Die langfristige Einnahme geringer Konzentrationen verursacht chronische Vergiftungen. Das sehr giftige und umweltgefährliche Thallium(I)-sulfat (Tl2SO4) wurde früher als Rattengift eingesetzt.
Thallium wird über die Haut, über den Respirationstrakt und besonders über den Verdauungstrakt gut resorbiert, da das einwertige Thallium-Ion dem Kalium-Ion sehr ähnlich ist und dessen Transportmechanismen benutzen kann. Thallium reichert sich vor allem in der Leber, in den Tubulusepithelien der Nieren, im Knochen und in der Schleimhaut, Haut und Hautanhangsgebilden an.
Thallium unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf. Hierbei gelangt resorbiertes Thallium über Leber und Galle zurück in den Darm. Dort kommt es zur teilweisen Rückresorption durch die Darmschleimhaut und dadurch zu einer erneuten Vergiftung. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren und den Darm. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 5,5 bis 7,3 Stunden.
Toxizität:
Auf Grund seines Kalium-ähnlichen Verhaltens hat Thallium eine starke Affinität zur Na-K-ATPase. Dadurch wirkt es stark kardio- und neurotoxisch. Thallium schädigt Zellen und Zellorganellen, von den Geweben insbesondere Haut, Nieren, Leber, Herzmuskel, Zentralnervensystem und Haarfollikel. Die auftretenden Stoffwechselstörungen beruhen auf Interaktionen des Elements mit essentiellen Spurenelementen, die als Enzymaktivatoren und Cofaktoren katalytische Funktionen haben. Thallium hemmt diese Enzyme und greift somit in Stoffwechselgeschehen ein.
Diese äußert sich in starkem Haarausfall. Leitsymptom ist die Hypersensibilität an den Beinen. Nageldystrophien treten auf, sowie Hautveränderungen, kardiovaskuläre Störungen, Nierenschäden, Polyneuritis, Muskellähmungen und Tachykardie bis hin zum kardiogenen Schock.
Leichtere Intoxikationen mit subletalen Dosen beginnen schleichend mit erster Symptomatik wie Obstipation, Oberbauch- und Rückenschmerzen nach 1-2 Wochen. Ein diffuser Haarausfall führt meist zur Diagnose.
Pathophysiologie und Nachweis:
Thallium wird rasch und nahezu vollständig über den gastrointestinalen Trakt, die Mundschleimhaut und die Haut resorbiert. Bereits nach 2 h ist die maximale Blutkonzentration erreicht und das Element ist im Urin nachweisbar. Die Speicherung erfolgt intrazellulär, bevorzugt in den Mitochondrien. Hauptspeicherorte sind Niere, Kolon, Muskel, Myokard, Leber, endokrine Drüsen und das Zentralnervensystem sowie Haare und Nägel. Ausgeschieden wird Thallium renal und intestinal, Geringe Mengen werden über Schweiß und Tränen eliminiert. Die biologische Halbwertzeit beträgt beim Menschen etwa 30 Tage. Bei Tieren 14 Tage oder länger.
Thallium ist ein kumulatives Zellgift, das systemische Intoxikationen bewirken kann. Akute Vergiftungen sind heute selten. Der Nachweis erfolgt bei akuten und chronischen Vergiftungen/Expositionen durch Analysen in Blut, Urin, Faeces, Haaren und Nägeln, Krallen oder Hufen. Die Einnahme von wasserlöslichen Thalliumsalzen resultiert in einer schnellen Eliminierung, so dass im Blut häufig normale Werte gemessen werden trotz einer nur wenigen Tage zurückliegenden Vergiftung. Thallium kann auch in der Milch laktierender Tiere nachgewiesen werden.
Teilweiser Auszug aus
Blaurock-Busch E.: Chronische Metallbelastungen - Toxikologie, Diagnose und Therapie
Als Coenzym wirkt die α-Liponsäure vornehmlich bei oxidativen Decarboxylierungen im Wasserstoff- und Acyl-Gruppen-Transfer. Eine wichtige Rolle spielt sie im Pyruvat-Dehydrogenase-Komplex der Mitochondrien, dem Verbindungsglied zwischen Glykolyse und Zitronensäurezyklus und dem α-Ketoglutarat-Dehydrogenase-Komplex im Zitronensäurezyklus.
Im Kampf gegen freie Radikale verlieren die Radikalfänger (Antioxidantien) ihre Energie und fehlen dann dem Organismus, um diesen zu beschützen. Hier zeigt die α-Liponsäure bemerkenswerte regenerative (schützende) Wirkung. Mit ihrer reduzierten Form Dihydroliponsäure bildet α-Liponsäure ein biochemisches Redoxsystem, ist ein Radikalfänger und starkes Antioxidans, das im Körper verbrauchte Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Coenzym Q10 oder Glutathion zu regenerieren vermag.
Vielversprechend scheint der Einsatz in der Krebsforschung, da Liponsäure den Energiehaushalt von Krebszellen beeinträchtigt und damit deren Untergang anregt.
Die Studie zur Ausleitung von Radioaktivität aus unserem Körper durch Alpha-Liponsäure nach Korkina et al. 1993 brachte erstaunliche Erkenntnisse. Bei Kindern, die radioaktiven Strahlen ausgesetzt waren, zeigte sich nach der 28-tägigen Verabreichung ein Rückgang freier Radikale, d.h. es konnten Schädigungen vermieden werden. Des Weiteren besserten sich die Leber- und Nierenwerte der so behandelten Kinder, was auf die verbesserte Ausscheidung radioaktiver Stoffwechselprodukte zurückgeführt wurde. Ähnliche Studienergebnisse wurden seitdem international verzeichnet und sind in der amerikanischen National Library of Medicine nachzulesen¹.
Weiterhin konnte die Alpha-Liponsäure einen signifikanten Effekt auf die Normalisierung des Blutzuckerspiegels unter Beweis stellen. Wie Studien zeigten, werden durch diese Fettsäure die Transportmoleküle Glut-1 und Glut-4 aktiviert, die für die Einschleusung der Glucose in die Muskelzellen zuständig sind, damit diese dann als Energie verbraucht wird. So konnte die Glucoseaufnahme um mehr als 50 % gesteigert werden.
Der US-Biochemiker Passwater konnte bereits 1995 in Studien unter Beweis stellen, dass die Alpha-Liponsäure eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit erzeugt. Dies wurde seitdem von Forschern auf internationaler Ebene bestätigt.² , ³ ,⁴
¹ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8573698/
² Saeid G, Mohammad B, Ismail L. Diabetes and alpha lipoic acid. Frontiers Pharmacol. 2011;2:69
³ Sinqh U, Jialal I. Alpha-lipoic acid supplementation and diabetes. Nutr Rev 2008;66:646–57
⁴ Lee WJ, Song KH, Koh EH, Won JC, Kim HS, Park HS, et al. Alpha-lipoic acid increases insulin sensitivity by activating AMPK in skeletal muscle. Biochem Biophys Res Commun.2005; 332:885–91
Es zeigte sich, dass die orale Einnahme von Alpha-Liponsäure in Dosen von 600 mg / Tag, 1200 mg / Tag oder 1800 mg / Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit um 25% führte. ⁵
Laut der DAZ (Deutsche Apotheker Zeitung) greift dieser Mikronährstoff auch in die Pathomechanismen der Neurodegeneration und des gestörten neuronalen Energiestoffwechsels ein und zeigt eine positive Wirkung bei Demenz-Erkrankten. Bei Patienten mit milder bis moderater Alzheimer-Demenz zeigte sich, dass die zusätzliche Gabe von α-Liponsäure zu Acetylcholinesterasehemmern das Fortschreiten der Erkrankung extrem verlangsamt.⁷
Als körpereigene Substanz ist die α-Liponsäure als freiverkäufliches Nahrungsergänzungsmittel im Handel unter verschiedenen Namen erhältlich, allgemein in Kapselform. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für diese Fettsäure keine Richtlinien vor.
Handelsnamen sind u.a.: Alpha-Lipogamma (D), Alpha-Lipon STADA (D), Alpha-Vibolex (D), Biomo-Lipon (D), espa-lipon (D), Liponsäure-ratiopharm (D), Neurium (D), Pleomix-Alpha (D), Sana Alpha-Liponsäure (D), Thioctacid (D, A), Thiogamma (D), Tromlipon (D), Vitatrans (D).
Bereits seit 1966 wird α-Liponsäure in Deutschland auch als Arzneistoff zur Behandlung von Lebererkrankungen und bei peripheren Polyneuropathien eingesetzt.
Eine weitere Funktion dieser nicht verschreibungspflichtigen Fettsäure ist die besondere Fähigkeit Metalle zu binden, denn im Gegensatz zu anderen Chelatbildern wie DMSA, DMPS, EDTA oder DTPA kann die Liponsäure in alle Bereiche des zentralen und peripheren Nervensystems eindringen. Dabei beruht die Wirkung vor allem auf ihrer reduzierten Form Dihydroliponsäure, einem Dithiol, das starke antioxidative Eigenschaften besitzt und Chelatbindungen eingehen kann. Die Ausscheidung dieser Komplexe erfolgt fast ausschließlich über die Gallenwege.
Nachdem die α-Liponsäure die Fähigkeit besitzt in alle Bereiche des Nervensystems einzudringen, wird derzeit untersucht ob und inwieweit die orale Verabreichung sich auf die Entwicklung der Multiplen Sklerose (MS) auswirkt. Dass toxische Metalle wie Quecksilber und Blei Nervenfunktionen beeinflussen ist ausreichend bewiesen. Somit dürfte sich eine ‚Entgiftung‘ der Nervenzellen positiv auf deren Funktion auswirken- sofern diese noch funktionsfähig sind. In den USA geht eine klinische Forschungsarbeit in die 2.Phase, die zeigen soll, ob diese Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung positiv beeinflusst. Der zweite Teil dieser randomisierten 3-Stufen randomisierten und plazebo-kontrollierten Studie soll Ende 2023 abgeschlossen werden. Das VA Office of Research and Development finanziert die Arbeit. https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03161028
Der Hämatologe und Metall Toxikologe Prof. AlMomen of Riad, Saudi-Arabien arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt mit MTM. Er besuchte die in Zusammenarbeit mit IBCMT (International Board of Clinical Metal Toxikology) fachorientierten Schulungen. Durch ihn durfte die Autorin dieses Artikels als Referentin die Chelattherapie an der medizinischen Hochschule Riad vorstellen. (siehe Bild-leider kein besseres vorhanden)
⁵ Packer L, Kraemer K, Rimbach G. Molecular aspects of lipoic acid in the prevention of diabetes complications. Nutrition. 2001 Oct;17(10):888-95. doi: 10.1016/s0899-9007(01)00658-x. PMID: 11684397.
⁶ Gröber, U. Morbus Alzheimer – Stellenwert von Mikronährstoffen in der Therapie. OM – Z Orthomol Med 2006;4:5 –11.
⁷ Hager K, et al. Alpha-lipoic acid as a new treatment option for Alzheimer‘s disease – a 48 months follow-up analysis. J Neural Transm Suppl 2007;72:189 –193.

Saudi-Arabien, wie alle Länder der Welt, reguliert die Anwendung der unterschiedlichsten Pharmazeutika u.a. auch die der verfügbaren Chelatsubstanzen. Die Liponsäure ist eine Natursubstanz und dort weder verschreibungspflichtige noch sonst wie reguliert, d.h. sie ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.
Prof. AlMomen setzt die antioxidative und metallbindende Wirkung α-Liponsäure seit Jahren ein, auch bei Autisten. Nebenwirkungen hat er bislang nicht verzeichnet. Er nutzt die α-Liponsäure als Monotherapie und erarbeitete ein Protokoll, das er gezielt einsetzt. Dabei wird vor der ersten Behandlung der Urin vor der α-Liponsäure-Gabe entnommen, damit dieser mit den Sammelurin-Messwerten nach α-Liponsäure-Gabe verglichen werden kann.
Der Einsatz als Monotherapie generierte Daten, die statistisch gut und leicht bewertbar sind. Dies ist für die Autorin von Bedeutung, denn allgemein werden in Deutschland seit Jahren die potenziellen Chelatsubstanzen kombiniert, in der Erwartung, dass sich die Metallbindung und Ausscheidung potentieller Toxine erhöht. Der Nutzen mehrerer potentieller Chelatsubstanzen hat auch zur Folge, dass die Wirkung der einzelnen Substanz statistisch nicht ausreichend nachgewiesen werden kann. Allerdings konnte inzwischen nachgewiesen werden, dass das Kombinieren gewisser Chelatsubstanzen auch zu Einträchtigungen bei Chelatbindung gewisser Metalle führt.
So würde beispielsweise die kombinierte Verabreichung einer DMPS Infusion mit der weit schwächeren Substanz DMSA oder der α-Liponsäure deren spezifische Metallbindung blockieren oder reduzieren. Die stärkere Substanz überschattet die schwächere. Zudem ist die Verabreichung mehrerer Substanzen arbeitsaufwendiger und skostenreicher als eine Monotherapie.
Wir konnten 537 Urinuntersuchungen nach α-Liponsäure-Gabe statistisch auswerten. Alle Probanden wurden nach dem gleichen Prinzip in der Universitätsklinik AlMomen chelatiert. Für den Nachweis der erfolgten Metallentgiftung wurden Urin-Messwerte vor und nach der jeweiligen Behandlung verglichen.
Die folgende Tabelle zeigt eine Gegenüberstellung der α-Liponsäure-Messdaten mit Basal-Urinwerten. Zusätzlich wurden positive Messdaten mit DMSA-Urinwerten verglichen. Letztere stammten aus vorwiegend deutschen Kliniken.
Insgesamt wurden über 50 Metalle untersucht und statistisch ausgewertet. Bei Arsen, Barium, Nickel, Mangan und Quecksilber konnte die α-Liponsäure eine deutliche Bindung erzielen. Blei wurde von DMSA gut gebunden, von der α-Liponsäure jedoch nicht.
Die folgende Tabelle beinhaltet ausschließlich Messwerte von Metallen, die auf eine Bindung mit der Liponsäure schließen ließen. Bei den nicht erwähnten Metallen konnte keinerlei Bindung nachgewiesen werden.
Tabelle 1: Gegenüberstellung der Messwerte
| Element | BG | Normal Basal | a-Liposäure N537 | DMSA oral, 500mg N423 | ||||
| mittel** | StA | 95%ile** | mittel** | StA | 95%ile** | |||
| As | 0,35 | <15 | 26,67 | 108,43 | 74,7 | 11,87 | 28,45 | 90,04 |
| Ba | 0,1 | <5,7 | 10,49 | 168,21 | 10,11 | 2,5 | 8,03 | 16,14 |
| Hg | 0,4 | <1 | 2,41 | 3 | 7,97 | 4,16 | 8,71 | 24,23 |
| Mn | 0,75 | <4,5 | 5 | 4,01 | 12,09 | 4,24 | 4,13 | 11,55 |
| Ni | 0,5 | <3 | 6,32 | 4,19 | 14,48 | 6,14 | 5,81 | 17,84 |
| Pb | 0,3 | <5 | 1,65 | 4,68 | 5,01 | 7,95 | 10,47 | 27,75 |
Werte in μg/g Krea
N=Anzahl
**Messwerte >Normwert
BG= Bestimmungsgrenze
Arsen und Barium: Deutlich ist, dass beide Chelatoren eine deutliche Bindung bewirken, wenngleich die Standardabweichung der α-Liponsäure-Messwerte deutlich erhöht ist. Nachdem die Standardabweichung verdeutlicht, wie weit die einzelnen Zahlen verteilt sind, deutet dies auf eine unerwartet hohe Streuung von Messwerten. Die DMSA-Messwerte sind stabiler.
Quecksilber: Beide Substanzen zeigen eine stabile Bindung. Quecksilber lagert sich gern im Gehirn ab und ist besonders toxisch für Nervenstrukturen. Das heißt, es ist besonders toxisch für die Zellen des Gehirns. Wenngleich die DMSA-Urinmesswerte eine stärkere Wirkung zeigen, muss beachtet werden, dass die lipophile α-Liponsäure fähig ist die Bluthirnschranke zu passieren und somit in der Behandlung neurologischer Erkrankungen von größerer Bedeutung ist. DMSA ist hydrophyl und kann die BHS nicht durchdringen.
Mangan und Nickel: Beide Substanzen zeigen eine gleichwertige Bindefähigkeit.
Blei: Die Liponsäure zeigte keine Bindung, dagegen bindet DMSA Blei deutlich. Erwähnt werden darf, dass DMSA von der FDA (Food and Drug Administration) spezifisch für die Bleientgiftung von Kindern zugelassen wurde.
α-Liponsäure Protokoll AlMomen
bis zu 40kg Körpergewicht (KW): 600 mg
40-70 kg KW: 1200 mg for 40-70 kg
>70kg KW: 1800
Einnahme der oralen Gabe: abends vor dem Schlafengehen.
Dabei wird am Tag vor der ersten Behandlung der Morgenurins entnommen. Der Patient kann dies zu Hause selbst tun.
Als Provokationsurin gilt der Morgenurin des Folgetages nach Liponsäure-Gabe.
In beiden Fällen werden 5-7ml für die Laboruntersuchung benötigt.
Biewenga, GP. et al. (1997): The Pharmacology of the Antioxidant Lipoic Acid. In: Gen Pharmacol. 29(3); 315–331; PMID 9378235
Biewenga, GP. et al. (1997): The role of lipoic acid in the treatment of diabetic polyneuropathy. In: Drug Metab Rev. 29(4), 1025–1054; PMID 9421684
Berkson Burt (1998): The Alpha Lipoic Acid Breakthrough. Three Rivers Press New York; ISBN 0-7615-1457-0
Roney J: The role of thiols, dithiols, nutritional factors and interacting ligands in the toxicology of mercury. In: Toxicology. 234, Nr. 3, 2007, S. 145-156. doi:10.1016/j.tox.2007.02.016. PMID 17408840.
Packer L, Tritschler HJ, Wessel K: Neuroprotection by the metabolic antioxidant alpha-lipoic acid. In: Free radical biology & medicine. 22, Nr. 1-2, 1997, S. 359-378. PMID 8958163.
Zur Autorin:
1973 bis heute, Gründerin und Direktorin der analytisch-medizinischen Umweltlabore Micro Trace Minerals in Hersbruck, Deutschland, sowie Trace Minerals International in Boulder, Colorado. Fachgebiet Metall-Toxikologie (1985). Von 2001-2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin des King James Medical Laboratory in Cleveland, Ohio, USA. Von 2001-2014 wissenschaftliche Beraterin des International Board of Clinical Metal Toxicology (IBCMT), dessen Award for Outstanding Service sie 2005 erhielt.
Blaurock-Busch ist Autorin mehrerer Bücher und vieler Artikel in deutscher und englischer Sprache. Ihre Schriften wurden u.a. in spanisch, französisch und portugiesisch veröffentlicht. E.Blaurock-Busch referierte an Universitäten weltweit. Ihre Forschungsarbeiten wurden in Kooperation mit der Universität Montana, USA, sowie den Universitäten Kairo, Nigeria u.a. Instituten durchgeführt und in internationalen Fachzeitschriften publiziert.
Sie verfasste Textbücher der Chelattherapie. Ihr LEHRBUCH NÄHRSTOFFTHERAPIE, GRUNDLAGEN UND ANWENDUNG DER ORTHOMOLEKULARMEDIZIN wurde 2022 vom ML Verlag publiziert.
]]>Prof. Dr. med. Hans Schweisfurth
Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats und des Arbeitskreises Medizin der DGUHT e. V.
Quelle: Gruber E. S. et al. To waste or not to waste: Questioning potential health risks of micro‑ and nanoplastics with a focus on their ingestion and potential carcinogenicity.
Exposure and Health (2023) 15: 33–51.
Grundlage dafür sind aktuelle Erkenntnisse des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, kurz IFT-Nord. Neueste Daten zeigen, dass Aromen den Raucheinstieg erleichtern, das Suchtpotenzial erhöhen oder durch tieferes Inhalieren die Aufnahme toxischer Substanzen deutlich steigern. „Diese Aromen haben ein erhebliches Schadenspotenzial und müssen schnellstmöglich vom Markt genommen werden", sagt Professor Wolfram Windisch, Präsident der DGP. Die Fachgesellschaft stellt heute ein Positionspapier vor, das vor allem mit Blick auf Jugendliche von der Politik eine strengere Regulierung des Verkaufs von E-Zigaretten fordert.
Im Kindes- und Jugendalter ist die E-Zigarette mittlerweile das am häufigsten konsumierte nikotinhaltige Produkt, noch vor der Tabakzigarette und der Wasserpfeife. „Wir wissen, dass E-Zigaretten-Konsumenten ein dreimal höheres Risiko haben, später Tabakzigaretten zu rauchen. Wir ziehen uns also mit der E-Zigarette bei Jugendlichen und jungen Menschen eine neue Generation Nikotin-Abhängiger heran", sagt Dr. Alexander Rupp (Foto Mitte) von der DGP-Arbeitsgruppe Tabakprävention und -entwöhnung. Er ist federführender Autor des Positionspapiers und meint: „Neben einem Aromen-Verbot und der Verkaufsregulierung muss auch das Abgabe- und Konsumverbot für unter 18-Jährige im Sinne des Jugendschutzes besser kontrolliert werden."
Was die Datenanalyse auch zeigt: Experimentelle Untersuchungen beim E-Zigarettenkonsum weisen auf Entzündungsreaktionen in der Lunge und im Herz-Kreislauf-System hin. „Gleichzeitig wurden bisher nur für sehr wenige der zahlreichen unter 16.000 Geschmacksbezeichnungen verwendeten Aromastoffe toxikologische Untersuchungen durchgeführt. Das heißt, wir haben eine enorme Blackbox von Substanzen in den E-Zigaretten, von denen wir noch gar nicht wissen, wie sie auf die Atemwege wirken und wie sie auch untereinander agieren", gibt Leitlinienautor Alexander Rupp zu bedenken. Erschwerend komme hinzu, dass unterstützt durch die öffentliche Werbung die Aromen als attraktiv und unbedenklich wahrgenommen werden – insbesondere von jüngeren Menschen.
Im Jahr 1994 wurden erstmals etwa 4.000 interne und geheime Dokumente der us-amerikanischen Tabakindustrie Brown und Williamson (British American Tabacoo) in Kalifornien bekannt. Ein "whistle-blower" (Jeffrey Wigand) machte die skandalösen Sachverhalte und die krank machenden Herstellungsverfahren der Tabakindustrie in einem Interview von CBS 1996 öffentlich. Es wurden damals 6 Millionen Dokumente der sieben größten US-Zigarettenhersteller mit insgesamt ca. 35 Millionen Seiten bekannt. Damit wurde klar, dass diese Firmen seit knapp hundert Jahren stetig an Zusätzen unterschiedlichster Art zum Zigarettentabak arbeiteten. Gleichgültig ob die Stoffe gesundheitsschädlich waren oder nicht. Die US-amerikanische Behörde FDA (Food and Drug Association) eröffnete damals ein Verfahren gegen die Zigarettenfirmen wegen des Verdachts des "Drogenhandels".
Wir sehen zusammenfassend, dass sich das Verhalten der Zigaretten-Industrie in den Jahren nicht geändert hat. Noch immer werden stetig neue Produkte entwickelt, welche die Verbraucher zum Konsum verführen, schneller abhängiger machen und deren Gesundheit schädigen. Durch die "angenehm" empfundenen Gerüche meinen die meist jungen Menschen, dass diese Produkte natürlich und unschädlich seien. Ein gravierender Irrtum.
Bereits 2020 wurde ein umfassender Review zu diesem Thema von Prof. H. Schweisfurth vom Pulmologischen Forschungsinstitut (IPR) in Cottbus vorgelegt:
Viele Jugendliche mit Asthma haben eine positive Einschätzung von E-Zigaretten. Die Prävalenz der E-Zigaretten-Anwendung ist größer bei jugendlichen Asthmatikern als bei Nicht-Asthmatikern. Da in den E-Zigaretten eine thermische Zersetzung von Propylenglykol und Glycerin stattfindet, die zur Bildung von Nitrosamin, Carbonylverbindungen einschließlich Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein führt, sind bei wiederholtem Gebrauch Gesundheitsschäden zu befürchten. Die potenziell schädlichen Carbonyle wurden in Aerosolen nachgewiesen, die bei hohen Temperaturen (> 200 °C) entstehen. Die Acroleinbildung kann um das 10-fache zunehmen, wenn die Spannung eines Geräts erhöht wird. Häufige Aromastoffe, die in E-Zigaretten-Aerosolen vorkommen, ähneln chemisch bekannten Atemwegsreizstoffen und Sensibilisierungssubstanzen, die Asthma auslösen können. Da bisher keine Daten über die möglichen langfristigen Auswirkungen der E-Zigaretten auf die Ursache oder Verschlimmerung von Asthma vorliegen, sind umfangreiche klinische Studien notwendig.
Häufig wird angenommen, dass durch den Gebrauch von E-Zigaretten weniger gesundheitliche Risiken entstehen, da das Aerosol der E-Zigarette geringere Schadstoffe enthält als der Rauch von konventionellen Tabakzigaretten . Nach jetzigem Kenntnisstand können aber auch durch Aerosole von E-Zigaretten gesundheitsschädigende Effekte auftreten.
E-Zigaretten werden häufig zur Tabakentwöhnung genutzt und damit vor allem von Rauchern verwendet. Bislang liegen jedoch keine Untersuchungen vor über die gesundheitlichen Folgen durch die langfristige Anwendung von E-Zigaretten. Einige Studien weisen aber darauf hin, dass vorwiegend bei Jugendlichen durch den Gebrauch von E-Zigaretten ein erhöhtes Risiko des Einstiegs und Wiedereinstiegs in den Konsum traditioneller brennbarer Tabakprodukte besteht.
Als Reaktion auf den geringeren Zigarettenkonsum fördert die Tabakindustrie neue Tabakerzeugnisse wie aromatisierte E-Zigaretten, die oft als sicherere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten angeboten werden.
Das Inhalieren von E-Zigaretten-Aerosolen vermittelt das Gefühl des Rauchens und die gewünschte Nikotinwirkung, ohne Tabak zu verbrennen. Seit der Einführung in den USA im Jahr 2007 hat der Konsum von E-Zigaretten vorwiegend bei Teenagern und jungen Erwachsenen zugenommen, die diese Punkte oft für harmlos halten. Insbesondere von den verwendeten Aromastoffen gehen vielfältige Gesundheitsgefahren aus. Auch die European Respiratory Society (ERS) richtet sich in einer Stellungnahme gegen die Verharmlosung der Gefahren von E-Zigaretten.
Im Review werden auch Details bzgl der E-Flüssigkeiten (Liquids) wie Propylenglykol und Glycerin hingewiesen und eine Tabelle mit vielen verbotenen Inhaltsstoffen von E-Zigaretten gemäß Anlage 2 zu §28 der TabakerzV (BGBlt 2017, 1203-1204) abgedruckt. Detaillierter wird Nikotin und seine Wirkweise beschrieben wie auch diverse Aromastoffe (Minze, Nelken, Kirsche, Mandel- und Zimtgeschmack u.a.).
Dargestellt werden auch Details der Pathogenese des Asthma bronchiale bei der die Nervenfasern in der bronchialen Schleimhaut, die C-Fasern und die TRP-Ionenkanäle eine wichtige Rolle spielen. Letztere werden durch diverse Aromen aktiviert und stimuliert.
Atemwege sind hochempfindlich gegenüber Schäden durch eingeatmete Krankheitserreger, reaktive Chemikalien und Fremdkörper. Reflexe, wie Niesen und Husten, schützen die Atemwege vor den potenziell schädlichen Substanzen. Periphere chemosensorische und mechanosensorische Nervenenden sind in der Schleimhaut dicht angeordnet, um die Atemrückkopplung zu kontrollieren. Pulmonale unmyelinierte afferente Fasern (C-Fasern) erkennen Chemikalien, die in die Atemwege eindringen. Studien über die Mechanismen zur pulmonalen C-Faser-Aktivierung haben zur Identifizierung von TRP-Ionenkanälen geführt, die für Kationen durchlässig sind und als Sensoren fungieren.
Von den bisher bekannten 28 sensorischen neuronalen TRP-Kanälen kommt dem TRPV 1-Kanal, der auch als Vanilloid-Rezeptor 1 (VR1) bezeichnet wird, eine besondere Bedeutung zu. TRPV1 reguliert als Kationenkanal das zelluläre transmembrane Potenzial durch Erhöhung der intrazellulären Ca²⁺- und Na⁺-Konzentrationen und depolarisiert die sensorische C-Fasern. TRPV1 besitzt eine intrazelluläre Bindungsstelle für Pfeffer (Piperin), Paprika bzw. Chili (Capsaicin). TRPV1 wird durch Capsaicin-, Hitze-, pH- und Vanilloidverbindungen aktiviert und ist nachweislich an neurogenen Entzündungen und verschiedenen Symptomen im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen beteiligt.
Aufgrund dieser aktuellen und auch schon länger bekannten Sachverhalte fordern auch wir die Verantwortlichen in den Behörden und Politik auf, tätig zu werden. Die Situation hat sich entscheidend geändert. Bei der Einführung der E-Zigaretten waren weniger Nikotin und Aromen in den Liquids. Das hat sich geändert, sodass mit den heutigen Produkten sehr viel schneller eine Schädigung der bronchialen Strukturen und Abhängigkeit vom Nikotin bewirkt wird. Moderne E-Zigaretten eignen sich keinesfalls mehr für das Abgewöhnen des Zigarettenrauchens - eher zum schnellen Einstieg.
Deswegen sieht die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin jetzt dringenden Handlungsbedarf auch im Umgang mit Aromen in E-Zigaretten. Die Ärztezeitung berichtet: „Die Politik muss sich noch stärker damit auseinandersetzen, dass Rauchen und Dampfen hochgradig gesundheitsschädlich ist – eben auch der Gebrauch von E-Zigaretten, was durch die verlockenden Aromen verharmlost wird. Wir müssen alles dafür tun, um die Verbreitung und die Bewerbung zu reduzieren. Und wir müssen ausreichend aufklären, damit Betroffene auch wieder vom Rauchen wegkommen", fordert DGP-Präsident Wolfram Windisch, Chefarzt der Lungenklinik an den Kliniken der Stadt Köln. „In puncto Tabakentwöhnung gehören wir in Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. Das muss sich dringend ändern." 70 Prozent aller Rauchenden haben den Wunsch aufzuhören. Die meisten schaffen es nicht, weil passende Unterstützungsangebote zur Rauchentwöhnung fehlen – aus Kostengründen.
Autoren:
Dr. Michael P. Jaumann (DGUHT Mitglied) in Kooperation mit Prof. Dr. med. Hans Schweisfurth (Leiter des Arbeitskreises Medizin, wissenschaftlicher Beirat).
In der Liste der Lebensmittelzusatzstoffe sind Farbstoffe aufgeführt, die in der Europäischen Union, gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 (Stand August 2021[1]) sowie in der Schweiz, gemäß der Zusatzstoffverordnung (ZuV) (Stand: Juli 2020[2]) verwendet werden dürfen. Diese Farbstoffe werden mit E-Nummern gekennzeichnet. Darunter befinden sich auch natürliche und ungefährliche Farbmittel wie Curcumin oder das B-Vitamin Riboflavin. Beide dieser natürlichen Stoffe färben unsere Lebensmittel schön gelb. Oder der Naturstoff Chlorophyll, der unserer Nahrung die natürliche Farbe Grün verleiht. Zu den Naturfarbstoffen zählt auch das leicht bis leuchtend rote Echte Karmin, das aus getrockneten und pulverisierten Cochenille Schildläusen (Dactylopius coccus) herstellt wird und mit der Nummer E 120 ausgezeichnet ist. Dieser Farbstoff E 120 wird in einer Vielzahl von Lebensmitteln eingesetzt, darunter Süßigkeiten, Desserts, Getränke, Backwaren und Fleischprodukte, um ihnen eine rote Farbe zu verleihen.
Verständlicherweise gibt sich die Lebensmittelindustrie große Mühe mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Einsatz von Farbstoffen. Die gezielte Färbung von Nahrungsmitteln regt Essenslust und Kauflust an. Auch deshalb finden zusätzlich zu den natürlichen Farbstoffen immer mehr chemische Stoffe ihren Weg in unsere Nahrung.
Das E-Nummern System soll die Kennzeichnung auf Lebensmitteletiketten vereinfachen. E-Nummern sind EU-Kennzeichen für Zusatzstoffe in Lebensmitteln, die in der Europäischen Union zugelassen sind. Das "E" steht für Europa. Jeder Zusatzstoff hat seine eigene Nummer, die besagt, dass er geprüft und für die Verwendung in der EU zugelassen wurde. E-Nummern wurden vergeben, damit Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen können, was genau in den Produkten enthalten ist, die sie kaufen. Grundsätzlich sind alle Farbstoffe, die in Europa in Lebensmitteln verwendet werden dürfen, von Experten überprüft worden. Es entscheidet die europäische Lebensmittelbehörde European Food Safety Authority (EFSA) zusammen mit dem Scientific Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food (ANS), ob ein Lebensmittelzusatzstoff als gesundheitlich unbedenklich einstuft werden darf. Besteht kein Bedenken, erhält der Zusatzstoff eine E-Nummer und kann verwendet werden. Bei vielen Stoffen wird zusätzlich eine Höchstmenge festgelegt, die als unbedenklich gilt, solange sie nicht überschritten wird. Hier lauert die gesundheitliche Gefahr. Denn diese maximal erlaubte Menge orientiert sich an einem normalen Verzehr. Problematisch wird es, wenn beispielsweise rote oder gelbe Süßigkeiten und Getränke bevorzugt und unkontrolliert konsumiert werden.
Frei von Zusatzstoffen sind nur frische, unbehandelte Produkte. Somit lassen sich Farbstoffe und andere Zusatzstoffe am leichtesten meiden, wenn möglichst viel selbst gekocht wird und zwar mit frischen, unbehandelten Produkten.
Bei Fertigprodukten lohnt der Griff zu Bio-Produkten, weil für diese weniger Zusatzstoffe erlaubt sind. Auf jeden Fall ist es immer ratsam einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen und Produkte mit weniger oder keinen E-Nummern zu wählen. Bei unverpackten Lebensmitteln sind die Händler verpflichtet, die verwendeten Zusatzstoffe gut lesbar auf einem Aushang oder einem Schild neben den Waren anzugeben.
Die folgende Liste weist Farbstoffe auf, die derzeit von der Nahrungsmittelindustrie genutzt werden.
Das Verändern von Lebensmitteln beinhaltet eine große Bandbreite an uralten Kulturtechniken und modernen Chemieeinsätzen und spielte bei der Produktion von Nahrungsmitteln schon immer eine zentrale Rolle, nicht zuletzt der Wirtschaftlichkeit wegen. Ziel war und ist, Speisen und Zutaten ansehnlich zu gestalten.
Zusatzstoffe sind zunehmend in zahlreichen Lebensmitteln enthalten und Farbstoffe verschönen immer mehr die Produkte, die in den Regalen unserer Lebensmittelläden unsere Kauflust und das Verlangen, auch unserer Kinder, anregen sollen. Natürliche wie auch synthetische Lebensmittelfarben werden von der Lebensmittelindustrie hauptsächlich aus den folgenden Gründen eingesetzt:
| E-Nr. | Stoffname | Bemerkungen |
E100 | Curcumin | Natürlicher Farbstoff, ein Extrakt der Gelbwurzel, ein Bestandteil von Curry |
E101 | Riboflavin | Der gelbliche, bitter schmeckende, natürliche Farbstoff Riboflavin (auch Lactoflavin) ist die chemische Bezeichnung von Vitamin B2 |
E102 | Tartrazin | Synthetischer Azofarbstoff, gelb Lebensmittel, die Tartrazin enthalten, müssen seit dem 20. Januar 2010 den Hinweis auf dem Etikett tragen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen. |
E104 | Chinolingelb | Synthetischer Farbstoff, grüngelb EU: Lebensmittel, die Chinolingelb enthalten, müssen seit dem 20. Januar 2010 den Hinweis auf dem Etikett tragen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen. |
E110 | Gelborange S (Sunsetgelb FCF) | Synthetischer Azofarbstoff, gelb-orange EU: Lebensmittel, die E 110 enthalten, müssen seit dem 20. Januar 2010 den Hinweis auf dem Etikett tragen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen. |
E120 | Echtes Karmin | Natürlicher roter Lebensmittelfarbstoff, der aus den getrockneten und pulverisierten Schildläusen der Cochenille (Dactylopius coccus) gewonnen wird. |
E122 | Azorubin | Synthetischer Azofarbstoff, rot Lebensmittel, die Azorubin enthalten, müssen seit dem 20. Januar 2010 den Hinweis auf dem Etikett tragen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen. |
E123 | Amaranth | Synthetischer Azofarbstoff, rot |
E124 | Cochenillerot A | Synthetischer Azofarbstoff, rot EU: Lebensmittel, die Cochenillerot A enthalten, müssen seit dem 20. Januar 2010 den Hinweis auf dem Etikett tragen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen. |
E 127 | Erythrosin | Synthetischer Farbstoff, rot |
E129 | Allurarot AC | Synthetischer Farbstoff, rot Lebensmittel, die E 129 enthalten, müssen seit dem 20. Januar 2010 den Hinweis auf dem Etikett tragen: Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen. |
E131 | Patentblau V | Synthetischer Triphenylmethanfarbstoff, hellblau |
E132 | Indigotin I | Natürlicher, doch leicht veränderter Farbstoff, dunkelblau |
E133 | Brillantblau FCF | Synthetischer Farbstoff, hellblau |
E140 | Chlorophyll | Natürlicher Farbstoff. Es ist der grüne Pigmentstoff, der in Pflanzen und Algen vorkommt. |
E141 | Kupferhaltige Komplexe der Chlorophylle und Chlorophylline | Kupferchlorophylle, Kupferverbindung des Blattgrüns, stabiler als E 140. |
E142 | Grün S | Synthetischer Triphenylmethanfarbstoff |
E150b | Sulfitlaugen-Zuckerkulör | gebrannter Zucker, Karamell, braun. |
E150c | Ammoniak-Zuckerkulör | gebrannter Zucker, Karamell, braun. |
E150d | Ammonsulfit-Zuckerkulör | gebrannter Zucker, Karamell, braun. |
E151 | Brillantschwarz BN | Synthetischer Azofarbstoff. Im Zuge der Neubewertung von E 151 im Jahr 2010 sah die EFSA keinen Anlass, etwas an der Bewertung oder der Zulassung von Brillantschwarz zu ändern. |
E153 | Pflanzenkohle | Holzkohle, schwarz |
E154 | Braun FK | Synthetischer Farbstoff. EU: Braun FK war ausschließlich für „Kipper“, eine britische Räucherherings-Spezialität, zugelassen. Im Zuge der Neubewertung von E 154 im Jahr 2011 wurde entschieden, dass es aufgrund fehlender Daten nicht mehr verwendet werden soll. Schweiz: Nicht zugelassen. |
E155 | Braun HT | Synthetischer Farbstoff für Süßwaren |
E160a | Carotin Gemischte Carotine Beta-Carotin | Pro-Vitamin A, orangegelb natürlich naturidentisch hergestellt. |
E160b | Annatto Bixin Annatto Norbixin | Naturfarbstoff aus Pflanzensamen, gelb bis orange |
E160c | Paprikaextrakt (Capsanthin, Capsorubin) | Naturfarbstoff aus Paprika, orangerot |
E160d | Lycopin | Naturfarbstoff aus Tomaten und anderen roten Obst- und Gemüsesorten, wie Möhren, Hagebutten, Wassermelonen und Papayas |
E160e | Beta-apo-8-Carotinal | Naturidentisch hergestellt, orangerot |
E161b | Lutein | Gelber Blütenfarbstoff aus der Gruppe der Xanthophylle. Kommt in grünen Pflanzen und Tagetesblüten vor. Verwendung für Süß- und Backwaren sowie Getränke (max. 500 mg/kg). |
E161g | Canthaxanthin | Naturidentisch hergestellt, orangerot EU: Canthaxanthin ist ausschließlich für die französische Wurstsorte Saucisses de Strasbourg (max. 15 mg/kg) zugelassen. Schweiz: Nicht zugelassen. |
(E161h) | Zeaxanthine | In der EU nur als Futtermittelzusatzstoff zugelassen, in der Schweiz nicht zugelassen. |
E162 | Betanin (Betenrot) | Aus Roten Beeten gewonnen, rotviolett |
E163 | Anthocyane | Aus Rotwein-Trestern gewonnen: rot, blau und braun |
E170 | Calciumcarbonat | Mineralstoff, Kreide, Kalk, weiß. |
E171 | Titandioxid | Weißes Farbpigment. Mit jeweils 6 Monaten Übergangsfrist seit 7. Januar 2022 in der EU und 15. März 2022 in der Schweiz verboten. |
E172 | Eisenoxide und -hydroxide (G) | Gelbe, rote und schwarze Farbpigmente |
E173 | Aluminium | Metall-Pigmente |
E174 | Silber | Metall-Pigmente |
E175 | Gold | Metall-Pigmente |
E180 | Litholrubin BK | Rotes Farbpigment, nur für Käserinde |
Sind natürliche Farbstoffe nebenwirkungsfrei?
Über die von Farbstoffen ausgelösten Nebenwirkungen, wird kaum gesprochen. Allergische wie auch neurologische Reaktionen wie Aufmerksamkeitsstörungen zählen dazu und Kinder scheinen besonders betroffen. Natürliche Farbstoffe werden allgemein aus Pflanzen gewonnen. Eine Ausnahme ist das E-120, der einzige Farbstoff tierischer Herkunft.
E 120: Echtes Karmin, Karmesin, E 120 oder Cochenille/Koschenille
Dieser Farbstoff natürlicher Herkunft ist der einzige Zusatzstoff für Lebensmittel, der nicht vegan ist! Dieser aus Läusen hergestellte Farbstoff wird schon seit der Steinzeit genutzt! Das E 120, das sogenannte Echte Karmin, wird von der Scharlach-Schildlaus erzeugt und wird zum Färben von Textilien und Lebensmittel eingesetzt. Aus gutem Grund, denn Karmin ist licht- und hitzebeständig. Selbst Fruchtsäuren können ihm nichts anhaben. Um diesen Farbstoff herzustellen, benötigt man befruchtete, getrocknete Weibchen der Scharlach-Schildlaus, die auf bestimmten Kaktusarten in Peru und Mexiko leben. Um ein Kilogramm Karmin (E 120) herzustellen, sind mehr als 100.000 Schildläuse notwendig. Sie werden ausgekocht und mit chemischen Zusätzen versetzt.
Zu den Lebensmitteln, denen noch heute Karmin zugesetzt werden darf, gehören:
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) empfiehlt, eine Tagesmenge von fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten. Doch wer weiß schon wieviel Karmin in Produkten steckt. Somit kommt es immer wieder zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen. Besonders anfällig für Allergien durch E 120 sind Menschen, die auf Aspirin und/oder Benzoe- oder Salicylsäure reagieren, oder an Asthma leiden. Farbstoffe wie Karmin können Atemwege reizen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautausschläge sowie andere Symptome hervorrufen.
Allergien oder andere gesundheitliche Reaktionen treten häufiger nach dem ‚Genuss‘ synthetischer Farbstoffe auf. Chemische Stoffe, wie z.B. der gelbe Farbstoff Tartrazin oder Titanweiß haben eine widersprüchliche Geschichte.
E 102 Tartrazin
Tartrazin ist ein sogenannter Azofarbstoff, der unter der Bezeichnung E 102 als zitronengelber bis orangefarbener Lebensmittelfarbstoff eingesetzt wird. Dieser Farbstoff wurde 1884 vom Schweizer Chemiker Johann Heinrich Ziegler (1857–1936) in den Laboratorien der Bindschedler'schen Fabrik für chemische Industrie in Basel (CIBA) entwickelt und in Deutschland 1885 von der BASF patentiert. In Deutschland wurde durch die Farbstoff-Verordnung die Verwendung von Tartrazin in Lebensmitteln ab 1959 zugelassen. Nach 1991 durfte Tartrazin, gekennzeichnet als E102, in Deutschland nur noch in Likören und Branntweinen verwendet werden und wurde für Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen verboten. Im Zuge der gesetzlichen EU-Angleichung hob man dieses Verbot sieben Jahre später wieder auf. In Norwegen ist Tartrazin als Lebensmittelfarbstoff verboten.
Tartrazin ist allergieauslösend und damit für Allergiker problematisch. Der Lebensmittelfarbstoff kann u.a. zu Atemschwierigkeiten, Hautausschläge und Heuschnupfen führen. Da in Laboruntersuchungen keine Antikörper festgestellt werden können, spricht man von einer Pseudoallergie. Tartrazin wird auch als Auslöser von Hyperaktivität diskutiert. Dieser Verdacht hat sich 2008 durch Studien erhärtet. Die Auslösung von Reizbarkeit, Unruhe und Schlafstörungen wurde bei Kindern beobachtet und war dosisabhängig. Eine Kreuzallergie gegen Benzoesäure oder Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist bekannt.
E 171 Titandioxid oder Titanweiß
Ebenso widersprüchlich ist die Geschichte des Titandioxids. Ausgezeichnet mit der E-Nummer 171, auch Titanweiß genannt, wurde dieser weißer Farbstoff, im Jahr 2008 gemäß Verordnung (EG) 1333/2008 für Lebensmittel ohne Höchstmengenbeschränkung („quantum satis“) zugelassen. E 171 steckte in Mozzarella, Kaugummi, und vielen Lebensmitteln, einschließlich Süßigkeiten. In den vergangenen Jahren weckten mehrere toxikologische Untersuchungen den Verdacht, dass Titandioxid möglicherweise doch gesundheitsschädlich sein könnte. Insbesondere gab es Zweifel, dass es die Entstehung von Darmkrebs begünstigt. Das hatte sich in Experimenten an Ratten herausgestellt. Die Ergebnisse weiterer Studien deuteten darauf hin, dass von diesem Effekt vor allem Menschen betroffen sein könnten, die an chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Zöliakie leiden.
Aus Gründen des vorsorglichen gesundheitlichen Verbraucherschutzes hat die Europäische Kommission deshalb mit der Verordnung (EU) 2022/63 vom 14. Januar 2022 (ABl. L 11 vom 18.1.2022) die Verwendung von Titandioxid in Lebensmitteln verboten. Ab dem 7. August 2022 dürfen Lebensmittelprodukte, die E 171 enthalten nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Betroffene Lebensmittel, die vor diesem Datum hergestellt und in den Verkehr gebracht wurden, durften allerdings noch bis zu ihrem Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum verkauft werden.
Titandioxid ist zwar als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr erlaubt, für Arzneimittel und Kosmetik, einschließlich Zahncremes ist E 171 jedoch weiterhin zulässig.
Bei der Arzneimittelherstellung dient Titandioxid (TiO2) nicht nur als Farbstoff, sondern auch als Trübungsmittel oder als Schutz gegen UV-Strahlung und war in Lebensmittelprodukten multipräsent, bis die EU-Kommission die Zulassung von TiO2 als Lebensmittelzusatzstoff aufhob. Ausschlaggebend war ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vom 6. Mai 2021, in dem die Autoren ein genotoxisches Potenzial des Weißpigments nicht ausschließen konnten. Untersuchungen hatten gezeigt, dass TiO2 DNA- und Chromosomen-Schäden verursachen kann.
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) beziffert die Anzahl an titandioxidhaltigen Arzneimitteln in Europa auf 91.000. Für Patienten, vor allem chronisch Kranke die (mehrmals) täglich betroffene Präparate anwenden müssen, kann das beunruhigend sein. Medikamente, Supplemente und andere Substanzen, die sich in weißen Kapseln befinden, oder weiße Tabletten können E 171 enthalten. Möglicherweise steht im Beipackzettel eines Medikaments anstatt E 171 der Vermerk "CI 77891". Die EFSA wies 2021 in ihrem Gutachten darauf hin, dass sich TiO2-Partikel im Körper anreichern können. Es lasse sich keine sichere Menge für die tägliche Aufnahme definieren, hieß es dort.
Lebensmittelfarbstoffe sind Zusatzstoffe, die Herstellern helfen die Farbe eines Lebensmittels zu intensivieren und das Verkaufsprodukt optisch ansprechender erscheinen lassen sollen. Farbstoffe werden verwendet, um verarbeitungsbedingte Farbveränderungen auszugleichen und die Farberwartungen der Verbraucher zu befriedigen. Das alles fördert den Verkauf von Lebensmitteln. Offiziell wird die Sicherheit dieser Farbstoffe gewährleistet- Natürliche Farbstoffe gelten in der Regel als unbedenklich, der Konsum einiger künstlicher (synthetischer) Farbstoffe ist jedoch, trotz EU-Zulassung, umstritten.
Die Verbraucherzentrale warnt vor synthetischen Farbstoffen, da diese im Verdacht stehen, Unverträglichkeitsreaktionen auszulösen. Zudem können künstliche Farbstoffe bei Kindern Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen auslösen.
Gesundheitsbewusste Verbraucher sollten es sich somit zur Gewohnheit machen die auf den Verpackungen aufgeführten Information zu beachten. Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel sieht vor, dass Lebensmittel die Farbstoffe enthalten, in der EU entsprechend gekennzeichnet werden. E-Nummern sollen Verbraucher auf den Farbstoffgehalt hinweisen. Um diese Nummern einordnen zu können, muss der Verbraucher sich allerdings damit vertraut machen. Bunte Nahrungsmittel sind meist nicht nur chemisch gefärbt, sondern auch geschmacklich chemisch ‚verfeinert‘.
Nahrung sollte weitgehend von Chemie frei sein. Aus wirtschaftlichen Gründen investiert die Lebensmittelindustrie viel Zeit, Geld und natürlich Farbe um unsere Kauflust anzuregen. Was wir kaufen beeinflusst industrielle Handlungen, somit sollten wir uns Mühe geben die auf Packungen genannten Zutaten zu kennen- und zu meiden. Bewusstes Kaufen ist gefragt, denn die Nachfrage regelt das Angebot.
Zur Autorin:
E.Blaurock-Busch arbeitete von 1968 bis 1972 im Forschungsinstitut 3M in Minnesota, USA, Abteilung Qualitätskontrolle. Danach gründete sie die Laborbetriebe Micro Trace Minerals in Deutschland und Trace Minerals International in Colorado, USA, Bereich Metalltoxikologie.
Sie lehrte weltweit, an Universitäten, Fachschulen, Ärzte- und Heilpraktiker Vereinigungen, schrieb viele Artikel und Bücher, die in Deutsch und Englisch veröffentlicht wurden und auch als Lehrmaterial dienen. Sie war Gast einiger Radio- und Fernsehshows in Deutschland, den USA und anderen Ländern. Sie leitet international umweltmedizinische Forschungsprojekte, sowie den Arbeitskreis Klinische Toxikologie der DGUHT e.V. und nimmt eine beratende Funktion bei verschiedenen Organisationen ein.
Nebenbei studierte sie englische Lyrik und ist Alumna der Edinburgh Universität.
Als die ersten Kunststoffe vor über 150 Jahren erfunden wurden, sah man hingegen nur die Vorteile dieses neuen Materials. Verständlich, da es in vielen Bereichen eine günstigere und stabilere Alternative darstellte. Bruchsicher, leicht, nach Belieben weiter verarbeitbar in Farbe und Form. Es hat vieles erleichtert, auch in der Medizin, wie Infusions- und Beatmungsschläuche, Spritzen, Inkubatoren oder Verpackungsmaterial von Medikamenten. Kunststoffe galten lange als innovative Alleskönner. Leider hat diese Erfindung, neben Erleichterungen, auch neue Probleme geschaffen, die damals nicht absehbar waren. Die schädlichen Folgen der Kunststoffe für uns und die Umwelt werden aber immer deutlicher. Die Auswirkungen von Plastik auf die menschliche Gesundheit stellen ein relativ junges Forschungsfeld dar, nach aktuellem Stand sind die Auswirkungen aber bereits jetzt alarmierend.
Der erste Kunststoff wurde 1862 erfunden, heute werden über 200 verschiedene Kunststoffe verwendet, in allen Lebensbereichen. Kunststoffe bestehen aus Erdöl, zusätzlich werden Chemikalien beigemischt, z. B. Phthalate, um harte Kunststoffe oder Bisphenole, um weiche Kunststoffe zu erhalten.
Laut Umweltbundesamt gibt es etwa 100.000 verschiedene Chemikalien weltweit, wobei sich die Zahl 2019 verdreifacht hat. Für ein Drittel dieser Stoffe fehlen bisher frei zugängliche Daten.
Die Überprüfung der Unbedenklichkeit ist problematisch, denn Kunststoffe gelten in der Industrie, solange als unbedenklich, bis Forscher das Gegenteil beweisen können. Derartige Studien durchzuführen wäre aufgrund der globalen Umweltbedingungen schwer umsetzbar, da es eine völlig frei von Chemikalien lebende menschliche Population als Kontrollgruppe nicht mehr gibt. Ganz abgesehen davon wäre so ein Studiendesign unethisch.
Die Laborstudie von 2019 der Forschungsgruppe PlastX vom Institut für sozial-ökologische Forschung https://www.isoe.de/forschung/nachwuchsgruppe-plastx/ zeigt, dass viele Alltagsgegenstände wie Joghurtbecher, Shampoo- oder Trinkflaschen aus einem regelrechen Chemiemix bestehen. In drei von vier untersuchten Produkten, waren Substanzen enthalten, die im Laborversuch Zellen schädigten, viele Chemikalien konnten zudem auch nicht identifiziert werden.
Vor allem die weitgehend unerforschte Kombination der Stoffe, die jeweils für sich unbedenklich sind und unter den Grenzwerten liegen, können schwere toxische Schäden verursachen, bestätigt die dänische Toxikologin Sofie Christiansen.
Kunststoffe sind in allen Lebensbereichen im Einsatz und ubiquitär vorhanden. Sie sind bei weitem nicht nur ein Problem der Meere. Laut dem Leibnitz-Institut in Potsdam ist der Anteil an Plastik im Erdreich unerforschter, aber möglicherweise das größere Übel, da wir es mit der Ernährung und dem Grundwasser wieder aufnehmen und das Mikrobiom des Erdreichs damit angereichert wird. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich Mikroplastik in unserem Körper findet. Siehe dazu auch die niederländische Biomonitoring-Studie, die zeigt, dass Polymere von Mikroplastikartikeln mittlerweile im Blut nachweisbar sind. https://www.dguht.de/nachweis-von-mikroplastikpartikel-im-menschlichen-blut/
Aber was macht die Kunststoffe so gefährlich? Prof. Ana Soto, Professorin für Pathologie und Biologie (Immunologie) von der Tuffs University Boston, School of Medicine war eine der ersten Wissenschaftlerinnen, die sich mit Kunststoffen und ihren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus befasst hat und 1991 die östrogenartige Wirkung von Kunststoffen entdeckt hat.
Als sie im selben Jahr ihre Ergebnisse auf einem Kongress in den USA vorstellte, berichteten auch Forscher aus anderen Disziplinen von ähnlich unerklärlichen Dingen in der Fortpflanzung der Tiere: Zwitterbildung, gestörte Fortpflanzung, reduzierte Spermienqualität. Zum ersten Mal formulierten Forscher den Verdacht, dass Chemikalien aus Kunststoffen unser Hormonsystem beeinträchtigen könnten, seitdem gibt es die Bezeichnung endokrine Disruptoren. Darunter versteht man vor allem die in Kunststoffen enthaltenen Weichmacher. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass neue Krankheitsbilder und eine veränderte Entwicklungsphysiologie mit Kunststoffen im Zusammenhang stehen, wie etwa die verfrühte Pubertät oder Unfruchtbarkeit. Vor allem das in den 1990-ern aufgetauchte Mikroplastik ( 1mm-1µm), das zu den “Emerging Contaminants” zählt und dann etwas später das Nanoplastik ( kleiner als 1 µm) gilt aufgrund seiner geringen Größe als besonders gefährlich, je kleiner die Plastikpartikel sind, desto leichter können sie in Körperzellen eindringen.
Plastik zersetzt sich nicht vollständig, sondern wird nur kleiner und verbleibt als Nanoteilchen in der Umgebung, mit ungewissen Auswirkungen.
Der dänische Reproduktionsmediziner Prof. Anders Juul, konnte in einer groß angelegten Studie von einem Zeitraum über 15 Jahren nachweisen, dass immer mehr Mädchen früher in die Pubertät kommen und dass dies im Zusammenhang mit Kunststoffen aus der Umgebung steht. In der Studie wurden Phthalate und Phthalat-Metabolite in jeder Urinprobe der 1000 Mädchen gefunden, mit denen die Langzeitstudie durchgeführt wurde.
Blickt man auf einen Zeitraum von ca. 100 Jahren hat sich die Pubertät um etwa 4-5 Jahre nach vorne verschoben, Kinder kommen immer früher in den physiologischen Prozess der Pubertät. Als Hauptgrund gelten die als sogenannte endokrine Disruptoren erkannten Weichmacher in Kunststoffen. Kunststoffe wirken östrogenartig und stören das sensibel eingestellte Hormonsystem.
Außerdem konnte Prof. Juul beweisen, dass sich die Spermienqualität in einem Zeitraum von 50 Jahren halbierte- aufgrund dieser kurzen Zeitspanne kann eine genetische Ursache ausgeschlossen werden. Das weist vielmehr auf gegenwärtige Umweltbedingungen hin.
Die gezielt östrogenartige Wirkung von Plastik, betrifft vor allem die zukünftigen Generationen, wir kennen die Konsequenzen noch nicht, die es auf unsere Art haben wird, sagt Prof. Juul.
Bestimmte Krankheitsbilder werden durch Östrogenüberschuss begünstigt, wie etwa Brustkrebs oder Unfruchtbarkeit, auch bei Männern ist zuviel Östrogen nicht gut: Krebs- und Thromboserisiko steigen zum Beispiel, auch die Gynäkomastie, die Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann, wird in diesem Zusammenhang diskutiert. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die heutigen Kinder diesen Erkrankungen viel stärker ausgesetzt sein werden.
Die gesundheitlichen Belastungen müssen heute in einer größeren Komplexität gedacht werden.
Neben den Reproduktionsorganen und dem Gehirn, haben Kunststoffe auch einen nachweislich negativen Einfluss auf die Schilddrüse, die viele vitale Körperfunktionen steuert. Barbara Demenaix, Mitglied der Académie des technologies, erforscht seit Jahrzehnten den Einfluss von Mikroplastik und Chemikalien auf die menschliche Physiologie und insbesondere auf die Schilddrüsenfunktion. Sie vertritt die Theorie, dass hormonaktive Substanzen die Schilddrüse negativ beeinflussen und in der Folge langfristig zum Rückgang des Intelligenzquotienten und zur Zunahme von Entwicklungsstörungen wie Autismus führen. Sie bestätigt damit die Forschung der dänischen Umweltepidemiologin Kolliensen.
Demenaix drängte vor Jahren schon zur Diskussion um die öffentliche Gesundheit am Beispiel der Plastikröhrchen, die vor ein paar Jahren noch überall erhältlich waren. Wir konsumieren enorm viele Dinge, die in oder mit Kunststoffen verpackt sind, und jedes Mal kann eine östrogenartige Substanz freigesetzt werden.
Die Schilddrüse reagiert sensibel auf Umwelttoxine. Sie steuert unter anderem auch die Gehirnentwicklung. Die kindliche Schilddrüse im Mutterleib produziert kein eigenes Hormon, sondern ist auf das der Mutter angewiesen. Eine gestörte Schilddrüsentätigkeit der Mutter kann sich während der Schwangerschaft extrem negativ auf das Ungeborene auswirken. Die menschliche Plazenta ist permeabel für Mikroplastikpartikel. Weitere Untersuchungen sind daher unbedingt notwendig, um das Risiko durch Mikroplastik für die menschliche Gesundheit abzuschätzen.
So ist das Ungeborene den meisten Stoffen, die in den mütterlichen Kreislauf kommen, relativ schutzlos ausgeliefert. Werden dadurch Entwicklungsstörungen begünstigt? Demenaix hat erdrückende Beweise dafür, dass der massive Anstieg der neurologischen Erkrankungen mit der Zunahme an Umweltgiften zusammenhängt, vor allem mit den endokrinen Disruptoren, die die Entwicklung des Gehirns empfindlich stören.
Die Umweltepidemiologin Tina Kolliensen konnte auch in einer Studie belegen, dass der Anstieg von ADHS und Autismus unter Kindern und damit die starke Beeinträchtigung der Intelligenz durch Kunststoffe hervorgerufen werden kann und begünstigt wird. Das Gehirn ist ein großes Organ mit vielen Hormonrezeptoren, es reagiert sehr empfindlich auf Störungen durch Mikroplastik und die darin enthaltenen Chemikalien, die nicht nur die Hormonbalance stören, sondern auch die Zellkommunikation hemmen können. Im Gehirn hat das fatale Folgen, neurologische Erkrankungen sind davon gekennzeichnet.
Das Plastik-Problem ist sehr schwer zu kontrollieren. Immerhin hat die EU reagiert und bereits 2021 die neue Produktion von Wegwerfartikeln aus Plastik untersagt. Der Empfehlung der Europäischen Chemikalienagentur folgend (ECHA) hat die EU zudem den Verkauf und Einsatz von Mikroplastik ab Oktober 2023 verboten.
Das Verbot ist für kleinere Produkte wie Glitter- oder Peelingartikel und Spielzeug bereits ab dem 15.Oktober 2023 inkraftgetreten, komplexere Mikroplastikquellen wie Sportanlagen oder Kunstrasen sollen dagegen in den nächsten 8 Jahren verboten werden, was den Betreibern Zeit für Alternativlösungen ermöglichen soll. Immerhin, das ist ein Fortschritt!
Für unser eigenes Wohlbefinden ist es wichtig zu untersuchen, wie Kunststoffe unsere Gesundheit beeinflussen und welche schädlichen Einflüsse sie auf uns haben. Wenn wir uns dessen bewusster werden, können wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unseren Plastikverbrauch zu stoppen oder besser zu kontrollieren.
In der Küche sollte man alle Kunststoffutensilien, wie Pfannenwender, Kochlöffel, Teigschaber oder Salatschüsseln, Reiben etc. durch Alternativen aus unbehandeltem Holz, Glas, Porzellan oder Metall austauschen.
Plastikgeschirr, inklusive Melanin, sollte bei Kindern vermieden werden, Brotboxen und Trinkflaschen aus Plastik austauschen und keine Plastikröhrchen verwenden. Achtung, auch bei Pfannen ist Vorsicht geboten durch die Beschichtung, die PFAS enthalten, aktuell in den Medien. Wenn man die Beschichtung mit der zeit durch spitzes Besteck aufkratzt, dringen die Chemikalien in das Essen. Auch Coffee-to-go-Becher sind damit beschichtet, sowie die meisten Eisbecher.
Bei der Kleidung sollte man mehr und mehr auf natürliche Fasern setzen, Polyester etc. vermeiden und nach und nach reduzieren. Outdoor-Kleidung enthält oft viel davon und ist schwer abbaubar in der Umwelt. Daher ist es sinnvoll diese zu recyceln, d.h. gebraucht zu kaufen oder weitergeben.
Im Kinderzimmer ist es besonders wichtig auszumisten und die Kinder von den Plastikspielsachen regelrecht zu befreien oder zumindest stark zu reduzieren. Je nach Alter der Kinder kann man das Thema auch mit dem Kind besprechen und zusammen eine Veränderung gestalten. Glücklicherweise haben ja schon viele Kindergärten und Schulen das Thema “plastikfrei” aufgenommen und unsteten bei diesem Thema. Vom Schleich-Pferd über Playmobil, Lego, Spielautos, Puppen, etc.findet sich sehr viel Kinderspielzeug aus Plastik. Natürlich kann man den Kleinen ihre liebgewonnenen Spielsachen nicht einfach wegnehmen, aber man sollte darauf einwirken und Alternativen anbieten und nur einige wenige behalten. Vor allem sollte man darauf achten, dass Kleinkinder und Säuglinge Plastikspielsachen nicht dauernuckeln und Plastikanhänger am Kinderwagen, Plastikrasseln oder Steckspiele, die gerne auch im Mund landen zu kontrollieren und am besten ganz auszutauschen, damit Kinder sich von Anfang an gar nicht erst daran gewöhnen.
Wohnen - Schauen Sie sich zu Hause um, welche Möbel haben Kunststoff-Fronten, woraus bestehen die Teppiche, Stühle und Tische etc.? Moderne Teppiche sind meist mit Flammschutzmitteln behandelt, ebenso wie Sofas, Polster, Matratzen, die zudem oft aus Polyester, oder Polyestergemisch also kunststoffhaltigen Fasern bestehen. Da man nicht einfach alles austauschen kann, ist es ratsam oft zu lüften und zumindest Decken aus natürlichen Materialien auszulegen auf Sofas und nichts Neues aus Kunststoffen anzuschaffen oder auch mal Gebrauchtes zu kaufen.
Am Arbeitsplatz ist zu beachten, dass wir über den Computer und das Zubehör Kontakt zu Kunststoff haben, inklusive Arbeitsplatten und Einrichtung und ebenso hier auch Ess- und Trinkgeschirr aus Plastik.
Es ist möglich, den Anteil an Plastik, mit dem man täglich Kontakt hat, nach und nach zu reduzieren und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. Es erfordert den Willen dazu, aber ihr Beitrag wird sich lohnen!
Die DGUHT bietet auch eine OHNE PLASTIK-Prüfung für Hersteller an, die wir als gemeinnützige Plastik-Frei Zertifizierung kostenfrei anbieten. Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte unter folgendem link https://www.dguht.de/plastik-frei-pruefung/
Bei weiteren Fragen oder Anregungen wenden Sie sich gerne an uns. Wir freuen uns über einen regen Austausch! Die DGUHT wünscht Ihnen und Ihrer Familie eine gute Gesundheit.
Diana Adamovic-Egle
Mitglied im Arbeitskreis Lebensmittelqualität
Demeneix Barbara, “Toxic Cocktail: How Chemical Pollution is poisoning our Brains”, Oxford University Press, 2017
Demeneix Barbara, “Losing our minds- How environmental Pollution impairs Human Intelligence and mental Health”, Oxford University Press, 2014
Soto Ana, et.al.: disruptors and reproductive health: the case of bisphenol-A, 2006 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=Soto+AM&cauthor_id=16781053
Juul, Anders, et.al.: Environmental factors in declining human fertility, 2021
Juul , Anders, et.al.: Male Reproductive Disorders and Fertility Trends: Influences of Environment and Genetic Susceptibility, 2016
PlastX, Studie der interdisziplinären Forschungsgruppe ( Institut für sozial-ökologische Forschung, Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Goethe Universität, Frankfurt a.M.) Benchmarking the in vitro toxicity and chemical composition of plastic consumer products. Lisa Zimmermann, Georg Dierkes, Thomas A. Ternes, Carolin Völker, Martin Wagner. Environ. Sci. Technol. doi.org/10.1021/acs.est.9b02293
]]>Amalgam, welches weltweit seit 150 Jahren zur Reparatur kariöser Zähne verwendet wird, besteht aus etwa 50 % elementarem Quecksilber und einer Mischung aus Silber, Zinn, Kupfer und Zink (Abb. 1). Aus diesen Füllungen werden kontinuierlich kleine Mengen an Quecksilberdampf freigesetzt. Quecksilber (Hg) gilt als eines der giftigsten nichtradioaktiven Elemente.
Abb.1: Amalgam-Füllungen
In informierten Kreisen ist schon lange bekannt, dass die Quecksilberbelastung bei Amalgamträgern mit der Zahl der Amalgamfüllungen und deren Beanspruchung steigt (Abb. 2).
Abb.2.: Mit der Zahl der Amalgam-Füllungen steigt die Quecksilberbelastung
Das meiste lagert sich im Bindegewebe, in den Organen und im Nervengewebe einschließlich Gehirn (Halbwertszeiten bis zu 18 Jahren) an und sammelt sich dort zeitlebens. Somit entstehen über den Faktor „Zeit“ Quecksilberdepots, die eine unkalkulierbare toxische Gefahr darstellen. Aus der Vielfalt der bekannten Studien über pathologische Wirkungen von Quecksilber auf den Organismus einige Beispiele:
Neuere Publikationen weisen auf das Risiko von Nierenschädigungen, neuropsychologische Beeinträchtigungen, Wegbereiter für Autoimmunerkrankungen, Autismus, Haut- und Schleimhauterkrankungen hin. Quecksilber gilt außerdem Wegbereiter für Autoimmunerkrankungen, Auch die Alzheimer-Erkrankung oder die Entwicklung einer Multiplen Sklerose wird zum Teil mit einer Quecksilberbelastung in Zusammenhang gebracht.
Die Wirkungen von Amalgam auf den Organismus sind somit:
Patienten die Amalgam noch im Mund haben sollten deshalb zu ihrem eigenen Gesundheitsschutz diese schonend entfernen zu lassen.
Schonend bedeutet:
Dr. Johanna Graf
]]>Nachfolgend erhalten Sie einen Einblick in das Programm:
13:30 Eröffnung: Dr. Karlheinz Graf
13:40 Dr. Johanna Graf: Wurzelbehandelte Zähne und stumme Kiefernekrosen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko
14:20 Dr. Eleonore Blaurock-Busch: Dentalmetalle – Nebenwirkungen, Nachweis, Therapie
15:00 Dr. Ulrich Zißler: Technologie-Transferzentrum für Baubiologie und Wohngesundheit – Brücke zwischen Physiologie und Bauumwelt
15:30 – 15:45 Pause
15:45 Prof. Dr. med. Hans Schweisfurth: Folgen des Klimawandels für die Gesundheit
16:25 Dr. Claus Scheingraber: Mobilfunk: Gestern – Heute – Morgen
16:55 Ende der Vortragsveranstaltung
17:00 Mitgliederversammlung (nur für DGUHT Mitglieder)
Im Rahmen der Veranstaltung wird Zeit für Ihre Fragen eingeplant.
Wir freuen uns, Ihnen in diesem Jahr die Möglichkeit zu bieten, kostenfrei und bequem von zu Hause an der Jahresveranstaltung teilzunehmen.
Anmeldung: Eine einfache Anmeldung über die Geschäftsstelle unter info@dguht.de genügt. Sie erhalten anschließend eine kurze Bestätigung. Sollten Sie sich bereits registriert haben, ist keine weitere Aktion notwendig. Die Zugangsdaten werden Ihnen 1–2 Tage vor dem Event zugeschickt.
Wir freuen uns darauf, Sie am 16. November 2024 online begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Karlheinz Graf
Präsident der DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt
Diese in vivo Studie aus der Arbeitsgruppe der renommierten kanadischen Psychologin und Wissenschaftlerin Frau Professorin Christine Till von der York University (Toronto) zeigt: Fluorid kann bereits in sehr geringen Mengen (0,5 mg/L) zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Dies ist besonders kritisch bei werdenden Müttern, weil dies einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der (ungeborenen) Kinder haben kann.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Fluoridaufnahme in der Schwangerschaft so weit möglich reduziert werden bzw. im besten Fall ganz vermieden werden sollte. So sollten keine fluoridhaltigen Mineralwässer getrunken und fluoridfreie Zahnpflegeprodukte verwendet werden.
Quelle: Fluoride exposure and hypothyroidism in a Canadian pregnancy cohort
]]>Es gilt für die evidenzbasierte Zahnmedizin heute als unstreitig, dass die lebenslange Zufuhr von Fluoriden dafür verantwortlich wäre, dass es zu einem erheblichen Rückgang der Karies in der Bevölkerung weltweit gekommen sei. Die Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen dazu ist erdrückend. Aus diesem Grund werden Zahnärzte und viele Gesundheits-Organisationen nicht müde, die Zufuhr von Fluoriden in verschiedenen Formen als adäquaten Kariesschutz nachhaltig zu empfehlen.
Konträr zu diesem wissenschaftlichen Dogma gibt es aber auch wissenschaftliche Belege zu den, von der evidenzbasierten Zahnmedizin nicht näher thematisierten, toxischen Nebenwirkungen der Fluorid-Prophylaxe. Diese treten bei regelmäßiger Fluoridzufuhr erst nach vielen Jahren, schleichend und allmählich, in Erscheinung und werden deshalb nicht im Zusammenhang mit der Fluorid-Prophylaxe wahrgenommen.
Die vorherrschende These in der evidenzbasierten Zahnmedizin ist:
„Für einen wirksamen Kariesschutz ist die natürliche Aufnahme von Fluoriden zu gering. Deshalb sei eine externe Zufuhr notwendig.“ Leider sind Fluoride aber biologisch nicht gut abbaubare Umweltgifte, die sich bei regelmäßiger Zufuhr im Laufe der Jahre im Körper anreichern können!
Eine sichtbare Begleiterscheinung einer chronischen Fluorid-Intoxikation ist die Zahnfluorose mit ihren typisch gefleckten Zähnen, s.a. nachfolgendes Bild:

Sie ist als Folge der Fluoridierung wissenschaftlich bewiesen – die Wissenschaft streitet sich nur über deren Häufigkeit und über die Vergesellschaftung mit anderen „Nebenwirkungen“. So weiß man aus wissenschaftlichen Studien:
Bekannt ist ferner, dass Fluoride über die Schleimhäute (Darm, Mund etc.) resorbiert und nur zum Teil wieder ausgeschieden werden, sodass sich bei permanenter subtoxischer Zufuhr im Laufe der Zeit toxisch relevante Dosen im Organismus ansammeln können. Fluorid ist ein kumulatives Gift, das nur zu ca. 50 % über die Nieren ausgeschieden wird, der Rest sammelt sich in Geweben wie Knochen, Drüsen etc.
Die entstehenden „Nebenwirkungen“ sind chronisch toxische Effekte der Fluoride auf vitale biologische Strukturen. Sie kommen dadurch zustande, dass der Organismus durch die permanente Zufuhr von Kleinstdosen, die als einmalige Einzelgaben toxikologisch unproblematisch wären, einer zunehmenden Belastung ausgesetzt ist. Durch die permanente Zufuhr über einen langen Zeitraum entsteht schließlich eine chronisch-toxische Wirkung. Diese lassen sich in drei verschiedene, sich teilweise überlappende Mechanismen unterteilen:
Als Kumulationsgift kann anorganisches Fluorid durch Bindung oder Andocken die aktiven Zentren von Enzymen blockieren mit entsprechenden funktionellen Auswirkungen auf verschiedensten Ebenen, vom Stoffwechsel bis zum Hormonhaushalt.
Fluoride bilden mit vielen Metallionen (u. a. Calcium und Magnesium) Komplexe und können dadurch deren Coenzymfunktion behindern.
Autoimmunerkrankungen können dadurch entstehen, dass körpereigene Proteinstrukturen durch Fluoride so verändert werden, dass der Organismus sein eigenes Protein nicht mehr als körpereigen erkennt und deshalb angreift.
Die Störung der Kollagensynthese bewirkt, dass das Kollagen, unser Körpergerüst, durch Fluoride gestört wird mit den Folgen einer schnelleren Alterung, erhöhten Bruchanfälligkeit von Knochen und einer Einschränkung der Beweglichkeit.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass
Fluoride sind ferner sog. „Potenzierungsfaktoren“ für andere Schadstoffe, womit diese durch Wechselwirkungen mit Fluoriden in Ihrer toxischen Wirkung erhöht werden. Wissenschaftlich belegt ist die Steigerung der Toxizität von Kunststoffen (z. B. aus Umwelt, zahnärztliche Werkstoffe etc.) und von Quecksilber (z. B. aus Umwelt, Amalgam etc.) durch Fluoride. Kunststoffe sind u. a. in der Nahrung, in Kosmetika und in Werkstoffen der Zahnmedizin weitverbreitet. Ferner erhöhen Fluoride die Korrosion von Titan (Implantate, Zahnersatz etc.) im Mund, was zu erhöhten Freisetzungen und damit Kumulation von Titan im Kiefer und in den regionalen Lymphknoten führt. Fluorid ist also ein Problemstoff, mit dem heutzutage leider noch sehr sorglos umgegangen wird.
Wissenschaftlich bewiesene spezifische „Nebenwirkungen“ von Fluoriden sind u. a.:
Eine chronisch-toxische Belastung durch Fluoride ist in der Regel mit labormedizinischen Methoden nicht schlüssig zu beweisen.
Die Nebenwirkungen durch eine langzeitig verabreichte subtoxische Dosierung von Fluoriden sind
Je nach genetischer Konstitution kann es deshalb langfristig zu immunologischen und enzymatischen Entgleisungen mit verschiedensten, für die evidenzbasierte Medizin nicht nachvollziehbaren Symptomen kommen. Diese Symptome werden in der Regel nicht mit der systematischen Fluoridierung (Zufuhr subtoxischer Dosen über einen langen Zeitraum) in Zusammenhang gebracht und daher meist nur symptomatisch behandelt.
Es gibt Studien, die belegen, dass nach dem Absetzen der Trinkwasserfluoridierung in verschiedenen Gegenden der USA und ebenfalls in der Stadt Basel der von Wissenschaftlern befürchtete drastische Anstieg der Karies ausblieb. Es gibt auch Beispiele, dass trotz der Zufuhr von Fluoriden Kinder- und Erwachsenengebisse kariös wurden.
Karies scheint somit keine Fluorid-Mangelerscheinung zu sein, sondern hat offensichtlich andere Ursachen wie z. B.
um nur einige aus einer Vielzahl zu nennen.
Aufgrund der gesundheitlich möglichen (Neben-)Wirkungen sollte daher nach Meinung der Autoren auf die systemische Gabe von Fluoriden verzichtet werden. Stattdessen wird in der Praxis der Autorin die Gabe der Schüsslersalze Nr. 1 (Calcium fluoratum) und Nr. 2 (Calcium phosphoricum) empfohlen.
Wir werden auf weitere Studien zu den Fluoriden in den kommenden Veröffentlichungen näher eingehen.
Dr. Johanna Graf
Leiterin des Arbeitskreises Zahnmedizin
Leider informieren uns weder die Mobilfunkbetreiber noch die Verkäufer der „Endgeräte“ über die „Schattenseiten“ des „Mobilfunkzeitalters“.
Vielleicht haben Sie schon einmal bei sich selbst oder ihren Kindern Folgendes beobachtet, oder Freunde haben von folgenden Symptomen berichtet und keiner weiß/wusste aus welchen Gründen man unter folgenden „Unpässlichkeiten“ leidet; z. B. Konzentrationsstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Kiefer- und Nackenverspannungen/-schmerzen, Blutdruckstörungen, Herzrasen, Schlafstörungen usw. (die Liste ist leider sehr lange – Quelle: Dr. rer. nat. Ulrich Warnke – Mobilfunk fördert chronische Entzündungen und Folgeerkrankungen/ Vortrag auf YouTube)
Die Bundesregierung möchte mit dem neuen Konjunkturpaket, das im Juni 2020 verabschiedet wurde, den Ausbau des 5G Netzes weiter vorantreiben.
Im Jahr 2020 bis heute wurden im Stadtgebiet Landshut und im Landkreis, viele der bestehenden Mobilfunkmasten bereits durch ein Software-Update zu dem Mobilfunkstandard „Dynamic Spectrum Sharing“ aufgestockt – nun können User, die bereits ein 5G-fähíges Handy besitzen auch eine abgespeckte Form von 5G nützen. Auch wurden neue Standorte aufgebaut und alte Anlagen durch neue ersetzt.
Im Stadtgebiet hat sich durch diese Aktivitäten der Mobilfunkbetreiber die Mobilfunkstrahlung stark erhöht. Falls 5G auch noch wie geplant in „Klein- oder Mikrozellen“ ausgebaut wird (eine Funkzelle alle 100 bis 150 m), wird die Strahlung weiter ansteigen!
Hier sollte sich jeder fragen: Benötigen wir in den Siedlungen diesen „Mikrozellenausbau“?
Umweltschutz und Klimarettung ist in aller Munde, an allen möglichen Schrauben wird gedreht, aber der hohe Energieverbrauch von Sendemasten, Daten-Übertragung und Servern wird völlig außer Acht gelassen.
Auch die Digitalisierung als Wachstumstreiber Nummer 1 ist ein Energiefresser und damit ein Klimakiller, das wird nicht thematisiert. Landläufig werden die Digitalisierung und lückenlos vernetzte Smart Citys und Smart Countrys als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz angepriesen. Die tatsächlichen Klimaauswirkungen der digitalen Stadt, in der niemand mehr ohne Smartphone am Leben teilnehmen kann, werden ignoriert. (Quelle: https://shop.diagnose-funk.org/Digitalisierung-ist-Klimakillererhoehte-Strahlenbelastung Faltblatt)
Der Umsatz der Mobilfunkindustrie, nur in Deutschland betrug im Jahr 2021, 26,4 Milliarden €, die Anzahl der Mobilfunkgeräte/Anschlüsse lag am Ende des Jahres bei 107,5 Mio., d. h. auf 100 Einwohner kommen 134 Handys!!!
Für die Industrie bringt der Netzausbau mit 5G und demnächst 6G tatsächlich Vorteile, für den Bürger aber nicht, ob ein Film in 6 Sekunden oder in 10–15 Sekunden heruntergeladen wird, ist unerheblich!
Autoren: Christine Schenkenbach und Dr. Claus Scheingraber (Leiter des Arbeitskreis Physikalische Umweltbelastungen)
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In dieser Publikation wurde untersucht, ob die langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung (Feinstaubpartikel PM2.5, Stickstoffdioxid, Ozon) mit einem erhöhten Risiko für eine spät einsetzende Depression bei älteren Erwachsenen verbunden ist. In einer landesweiten Medicare-Kohorten-Studie in den USA mit 1 526 690 spät einsetzenden Depressionsfällen wurden statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen der langfristigen Exposition gegenüber der Luftverschmutzung und einem erhöhten Risiko für Depressionen nach dem 64. Lebensjahr beobachtet, wobei Klima, Vegetation, sozioökonomische Bedingungen, Gesundheitsversorgung und Urbanität berücksichtigt wurden. Diese Studie legt nahe, dass Luftverschmutzung ein potenzieller Risikofaktor für spät einsetzende Depressionen sein kann. Die Autoren hoffen, dass aufgrund der hohen Prävalenz und der universellen Exposition gegenüber Umweltschadstoffen präventive Maßnahmen wie Luftqualitätsregulierung, Emissionskontrolle und umweltgerechte Planung angewendet werden, um das Krankheitsrisiko zu mindern.
Prof. Dr. med. Hans Schweisfurth
Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats und des
Arbeitskreises Medizin der DGUHT e.V.
Quellen
1. www.aerzteblatt.de/nachrichten/140997/Luftverschmutzung-koennte-Depressionen-im-Alterfoerdern.
2. Qiu X., Shi L., Kubzansky L. D. et al.: Association of long-term exposure to air pollution with latelife depression in older adults in the US.
Das wiedererwachende Interesse an Wildpflanzen und speziell den Wildkräutern, in einer Zeit der Überversorgung mit industriell erzeugter Nahrung, ist keine romantische Weltflucht, sondern im Grunde genommen ein sehr gesunder Instinkt. Die Suche nach etwas mehr Ursprünglichkeit auf dem Teller kann als eine Reaktion auf das heutige hoch-industrialisierte Nahrungsangebot verstanden werden. Schauen wir auf die Entwicklung der sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, der Leber oder des Verdauungssystems, sowie Diabetes, Karies, Kreidezähne, Allergien und Adipositas, erkennen wir einen deutlichen Anstieg, der parallel zur kontinuierlichen Industrialisierung des Nahrungsangebots im letzten Jahrhundert verläuft. Das verdeutlicht den Zusammenhang zwischen einer steigenden Prävalenz der Zivilisationserkranungen und hoch-industrialisierter Nahrung.
Die unscheinbaren, aber nährstoffreichen Wildkräuter bieten gleich mehrere Vorteile: die Wildkräuter schenken uns lang vergessene, intensive Aromen und wertvolle Nährstoffe, welche unsere Regenerationsfähigkeit und Zellgesundheit stärken und unser Energieniveau heben können. Zudem wirkt der Aufenthalt in der Natur durch komplexe natürliche Sinneserfahrungen, die konträr zu unserem Berufs- und Alltagsleben sind, beruhigend und ausgleichend. Die essbaren Wildkräuter sind in großer Auswahl in der Natur frei verfügbar und kommen im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen völlig ohne Züchtung, Düngung und Pflanzenschutzmittel aus – genau das macht sie so wertvoll und zu wahren Vitalstoff-Bomben.
Die Wildpflanzen verfügen generell über eine höhere Dichte an Nährstoffen und besitzen mehr von den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen als landwirtschaftlich erzeugte Pflanzen, da sie sich mithilfe der sekundären Pflanzenstoffe gegen Fressfeinde und Stressoren wehren.
Kulturpflanzen wird die Abwehr von krank machenden Keimen oder Fressfeinden unter anderem durch Spritzmittel oder spezielle Züchtungen abgenommen, was zu einem Verlust von vielen wertvollen Stoffen wie Salvestrolen oder Polyphenolen führt.
Neben zahlreichen Vital- und Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor, Magnesium, Calcium, Eisen, Vitamin C oder Provitamin A, aber auch Proteinen und bioaktiven Pflanzenstoffen, enthalten Wildkräuter daher auch deutlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe: dazu zählen Bitterstoffe, Phenole, Terpene, Gerbstoffe, Flavonoide, Inulin und eben die Salvestrole u. a. Diese Inhaltsstoffe sind unter bestimmten Umständen in der Lage, sich hemmend auf viele Erreger, sowie auch auf Krebszellen auszuwirken. Wildkräuter haben außerdem einen positiven Effekt auf die Epigenetik (Umwelteinflüsse/Lebensstilfaktoren, die bestimmen welche Gene abgerufen oder stummgeschaltet werden, d. h. positive Lebensstilfaktoren können dafür sorgen, dass genetisch verankerte Erkrankungen gar nicht erst zum Ausbruch kommen). Die natürliche pflanzliche Nahrung, auf die wir Menschen seit Tausenden Generationen geprägt sind, ist bei dauerhafter Einnahme in der Lage, gesundheitsfördernde Gene wie z. B. die Langlebigkeitsgene, die sogenannten Sirtuin Gene anzuschalten.
Die sekundären Pflanzenstoffe haben einen außerordentlich positiven Einfluss auf unsere Zellgesundheit. Beispielsweise stellen die oft bitter oder scharf schmeckenden Salvestrole einen Teil des Immunsystems der Pflanzen dar, der sie sowohl vor Bakterien, Viren, als auch vor UV-Licht schützt. In zahlreichen Untersuchungen konnte ein positiver Effekt von Salvestrolen auf das menschliche Immunsystem bestätigt werden, die beispielsweise gezielt auf Tumorzellen zytotoxisch wirken. Der Rückgang der Salvestrole in unserer Nahrung, durch chemische Düngemittel und die Veränderung der Pflanzen, wird als ein Faktor diskutiert, der zur vermehrten Entstehung von Krebserkrankungen beitragen kann. Salvestrole kommen praktisch nicht in gezüchteten Pflanzen vor, daher sollte man generell Wildformen von Kräutern, Gemüse oder auch Obst den Züchtungen der Kulturpflanzen vorziehen.
Bei den Wildkräutern sind folgende besonders reich an Salvestrolen: Brunnenkresse, Knoblauchsrauke, Rosmarin, Thymian, Wegeriche, Löwenzahn oder Mariendistel. Grundsätzlich hat jede Wildpflanze mehrere sekundäre Pflanzenstoffe, die zusammen eine bessere und individuelle Synergiewirkung ergeben und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Wirkstoffen immer überlegen sind.
Da Wildkräuter mit ihrem Reichtum an primären und sekundären Pflanzenstoffen einen enorm positiven Einfluss auf unsere Zellgesundheit haben, sollten wir wieder lernen, sie öfter und dauerhaft in unsere Nahrung einzubauen.
Es ist eine physiologische und biochemische Gegebenheit, dass ein mit Nährstoffen gut versorgter Organismus auf Dauer besser mit Infektionen oder Stressoren umgehen kann.
Klimatischer Stress in Form von extremer Hitze bspw. führt zu einem Verlust an Mineralstoffen durch Schwitzen, weswegen es in Zukunft bei fortschreitendem Klimawandel in Hitzeperioden noch wichtiger sein wird, auf eine ausreichende Nährstoffversorgung zu achten. Da unser Körper evolutionär auf die Inhaltsstoffe der verschiedenen Pflanzen geprägt ist, kann durch die Wildkräuter eine langsame aber stetige Verbesserung des Darmmilieus und der Zellregeneration bewirkt werden, wenn man zusätzlich schädliche Faktoren weglässt.
Die körpereigene Entgiftung, sowie auch die Regenerationsfähigkeit werden durch die Zufuhr von sekundären Pflanzenstoffen verbessert. Dies geschieht durch die verbesserte Vitalstoff-Versorgung zur Bildung von ATP in den Mitochondrien (AdenosinTriPhosphat), ein körpereigenes chemisches Molekül, das in jeder Zelle eines Lebewesens Energie bereitstellt. Pro Tag werden mehrere Kilos ATP produziert, man geht etwa von der Hälfte des Körpergewichts aus. Die Mitochondrien sind die sogenannten Kernkraftwerke unserer Zellen und stellen unsere Energie bereit, sind sie geschwächt oder in ihrem Funktionszyklus gestört, haben wir weniger Energie. Für einen reibungslosen Ablauf sind die Mitochondrien auf spezielle Nährstoffe angewiesen wie z. B. Magnesium, Vitamin B-Vitamine, Vitamin C oder Coenzym 10. Mit der Zunahme unterschiedlicher Erschöpfungserkrankungen wie CFS, Burn-out, Neuropathien oder aktuell dem Long Covid/Post-Covid-Syndrom, sind die Mitochondrien zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt und bieten vielversprechende Therapieansätze. Wildkräuter können über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen, die Mitochondrienfunktion positiv stimulieren.
Neben den Nährstoffen liefern Wildpflanzen wertvolle Elektronen, die durch die Fotosynthese natürlicherweise gehäuft in rohen Pflanzen vorkommen. In einem komplexen Prozess werden die Elektronen in einer Elektronentransportkette bei der Nahrungsaufnahme an uns Menschen weitergegeben, was auch essenziell für die Energieproduktion in den Mitochondrien ist.
Der Reichtum an Elektronen in Wildkräutern ist ein wesentlicher Faktor für mehr Energie, da wir über die überwiegend industriell verarbeitete Ernährung wenig lebensnotwendige Elektronen aufnehmen können.
Siehe dazu auch der Artikel Lebensmittelqualität-elektrochemisch betrachtet der DGUHT e.v. aus dem Arbeitskreis Lebensmittelqualität.
Neben der Versorgung mit Nährstoffen stimuliert eine Wildkräutersammlung auch das Immunsystem durch die verschiedenen ausströmenden Terpene in der Waldluft und übt einen positiven Einfluss auf unser Gehirn aus – auf Bereiche, die Stress oder gesundheitliche Belastungen herunterregulieren. Wildkräuter sind kein Allheilmittel, aber richtig in den Speiseplan eingebaut, haben sie viel Potenzial und bieten über einen längeren Zeitraum hinweg angewendet einen großen Nutzen für den Organismus. Anfangs schmecken sie vielleicht zu bitter oder unangenehm, dann sollte man sie in geringen Mengen in Salaten oder Pesto einbauen. Für den Anfang reicht es auch drei bis fünf Wildkräuter aus Ihrer Umgebung näher kennenzulernen, die häufig vorkommen und diese auszuprobieren: hier eignen sich für Einsteiger z. B. junger Löwenzahn, Giersch, Brennnessel oder junge Fichtentriebe. Diese Pflanzen sind leicht zu finden und zu bestimmen und haben alle ein breites Wirkspektrum. Gewaschen halten sich die Wildkräuter 3 bis 10 Tage im Kühlschrank. Man kann alle Wildkräuter zu Smoothies verarbeiten oder Salate, Pesto oder Aufstriche damit bereichern.
Bei der Sammlung sollte man unbedingt zwei Dinge beherzigen: Gute Standorte und eine entsprechende Reinigung. Gute Standorte befinden sich in der Nähe zu Wäldern, Wiesen, außerhalb von Städten oder am Stadtrand. Vermeiden sollte man niedrige Pflanzentriebe und Wildkräuter aus Parks und Standorte an viel befahrenen Straßen. Entlang landwirtschaftlicher Ackerflächen sollte man den Einsatz von Spritzmittel überdenken. Pflanzen sollten nicht direkt am Boden abgeschnitten werden, sondern besser deutlich oberhalb, zur Vermeidung der Kontamination durch Parasiteneier (Bandwurm, Fuchsbandwurm, etc.) Vor allem bei Wildsammlung, wenn die Kräuter nicht aus dem eigenen Garten oder einem bekannten Standort stammen, sollte eine Reinigung mit Apfelessig und reichlich Wasser erfolgen, um die Gefahr einer Parasitose so gering wie möglich zu halten und die Freude an den Nährstoffbomben nicht zu trüben.

Giersch – Wachstum beginnt im März, sprießt fast das ganze Jahr lang. Schmeckt ähnlich wie Spinat und Petersilie. Er lässt sich zu Suppen, Salaten oder Limonaden verarbeiten. Enthält doppelt so viel Vitamin C wie Brokkoli und Rosenkohl.
Zusammen mit Bärlauch durch einen Fleischwolf gedreht und dann mit Olivenöl und etwas Salz ergibt z. B. ein delikates Pesto.

Spitzwegerich – wächst auf Wiesen, Äckern und Wegrändern. Erhältlich von März bis Oktober. Der Spitzwegerich ist eine alte Heilpflanze und wirkt antibakteriell, hilft bei Hautentzündungen, Verbrennungen und Insektenstichen. Er enthält Kieselsäure, Zink, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Alles von der Pflanze kann verwendet werden, junge Blätter sind sehr schmackhaft, sowie die Blütenknospen. Als Zutat zu Salaten oder Smoothies ist der Spitzwegerich auch sehr empfehlenswert. Als Tee ist er wirksam bei Atemwegserkrankungen.

Brennnessel – wächst auf stickstoffhaltigen Böden, ab April bis Oktober verfügbar. Alles von der Brennnessel ist essbar: Blätter mit Stängel, Blüten und auch die Samen dienen als gute Grundlage für einen grünen Cocktail. Man erntet von der oberen Spitze ab abwärts etwa 10 cm mit Handschuh und Messer. Nach dem Waschen sind sie sofort für den Verzehr geeignet. Man kann sie mixen oder mit der Teigrolle glätten, dann stechen sie nicht mehr. Höchster Vitamin C – Gehalt unter den Wildkräutern. Die Brennesselsamen sind im August zu ernten, vorzugsweise die weiblichen herunterhängenden, grünen Samenrispen verwenden. Oft in Blutreinigungs- und Entgiftungstees enthalten.

Rotklee – hat eine zellschützende, blutreinigende und entzündungshemmende Wirkung. Die enthaltenen Isoflavone mit schwach östrogenhaltiger Wirkung werden gerne im Klimakterium eingesetzt. Auch der weiße Klee kann verwendet werden. Man verwendet alle Pflanzenteile.

Gundermann – auch Gundelrebe genannt, breitet sich schnell und flächendeckend aus in Beeten, unter Sträuchern und Hecken. Die jungen Blätter schmecken ähnlich wie Petersilie. Enthalten antibakterielle und antioxidative Wirkstoffe, schleimlösend und hilfreich bei langwierigen Erkrankungen und Wunden.

Löwenzahn -sowohl Blätter als auch Blüte sind zum Verzehr geeignet. Beim Löwenzahn muss man besonders auf den Standort achten. Enthält mehr Vitamin C, Magnesium und Kalium als Kopfsalat. Der Löwenzahn ist ein altbekanntes Heilkraut und reich an Carotinoiden, Lutein, Vitamin A,B,C,D, Inulin, Colin und Eisen, die enthaltenen Bitterstoffe sind gut für Leber und Galle und unterstützend die körpereigene Entgiftung. Sorgt außerdem für eine gesunde Darmflora und wird seit einigen Jahren in seiner krebshemmenden Wirkung erforscht. (International Journal of Oncology, 2011 & Journal of Ethnopharmacology, 2011)

Fichten oder Weißtannentriebe – hoher Gehalt an ätherischen Ölen, Taninen, Terpenen und Vitamin C, wirken gegen Krankheitserreger und fördern die Durchblutung. Am besten die jungen Triebe je nach Höhenlage von März bis Juni, solange die Stängel noch weich sind. Die Triebe kann man pur essen oder über den Salat streuen. Auch für Smoothies geeignet.
Pro Baum aber nur wenig Triebe ernten.
ACHTUNG: junge Eibentriebe ähneln den Fichtennadeltrieben.
Andere Nadelbäume wie Lärche, Waldkiefer eignen sich ebenso, auch ältere Nadeln.
Nicht nur die Klimakrise, sondern auch die aktuellen Abhängigkeiten von einer globalen Lebensmittel- und Agrarindustrie stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Neben der Transformation der Energiewirtschaft befinden wir uns auch mitten in einer Transformation der Ernährungsweisen. Viele nahrungsbedingte Erkrankungen belegen, dass die ultraprozessierte Nahrung mit dem riesigen Fast-Food-Angebot und stark denaturierten Lebensmitteln, keine dauerhafte Lösung sein kann. Die konventionelle Landwirtschaft und Tierhaltung stoßen an ihre Grenzen und neue, innovative Anbauweisen werden erkundet. Zudem rückt die regionale Selbstversorgung vermehrt in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses, um Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Eine Konsequenz einer größeren Eigenversorgung ist allerdings, die Akzeptanz von regionalen und saisonalen Ertragsgrenzen.
Für alle, die sich weiter mit diesen Themen beschäftigen möchten, ist die Plattform smarticular sehr empfehlenswert, die neben vielen Tipps für Selbstversorger auch zahlreiche Anregungen für einen nachhaltigen Alltag im Allgemeinen bietet.
Verlinkt ist die Seite mit zahlreichen Tipps für nachhaltige Ernährung, mit vielen Wildkräuter-Rezepten
https://www.smarticular.net/themen/ernaehrung/
Schreiben Sie uns bei Fragen.
Wir freuen uns über einen regen Austausch!
Diana Adamovic-Egle
Arbeitskreis Klinische Toxikologie, Lebensmittelqualität
Die DGUHT e. V. arbeitet an der Erfassung toxischer Umweltbedingungen und dem Entgegenwirken durch geeignete Maßnahmen in verschiedenen Lebensbereichen. Unsere Handlungsempfehlungen werden von unabhängigen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen abgeleitet und sind in diversen Studien entsprechend nachlesbar. Sie dienen als Orientierung, um sich und ihre Familie gesund zu erhalten.
(1) Fleischauer et.al., Essbare Wildpflanzen, Aarau, 2015
(2) Shanahan Catherine, Deep Nutrition, 2008
(3) Mutter Joachim, Grün Essen!, Kirchzarten, 2020
(4) Schaefer BA, Tan HL, Burke MD, Potter GA: (2007) Ernährung und Krebs: Salvestrol-Fallstudien. Journal of orthomolecular Medicine 22,4
(5) Health effects of dietary risks in 195 countries,1990-2017:a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017, The Lancet, Volume 393,Issue 10184, 2019
(6) Pottenger, Francis Marion:Pottengers Cats: A Study in Nutrition, Cancer Book House, 1983
(7) Erpenbach Klaus, Schröder Heike, Voll fertig! Bin ich nur müde oder schon krank? Mehr Energie und Gesundheit dank neuer Erkenntnisse aus der Mitochondrien-Medizin, Kirchzarten, 2020
(8) Kollath Werner, Die Ordnung unserer Nahrung, 2005 ( Erstveröffentl.1942)
(9) Warnke, Bionische Regenration, 2017
(10) Bruker, Max, Unsere Nahrung- Unser Schicksal, 1986
(11) S. Boyd Eaton, M.D., Melvin Konner, Ph.D., Paleolithic Nutrition — A Consideration of Its Nature and Current Implications, The New England Journal of Medicine, 1985
(12) Strauss, Markus, Wildpflanzenapotheke (2020) und Waldapotheke (2017) / website: www.ewilpa.de
List of autho (12)Dr. Markus Strauss, ‘Waldapotheke’ oder ‘Wildpflanzen-Apotheke’, 20(13)Maria Treben, Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Steyr, 1980
(14) Dr.med. John Switzer, “Heilkräftige Wildkräuter-Vitalkost-Rezepte”, 2015
(15) Pfarrer Johan Künzle, Chrut und Unchrut, Erstveröff.1911
(16)Anderson G., Maes M., Mitochondria and immunity in chronic fatigue syndrome, Prog.Neuropharmacol Biological Psychiatry, Vol.103, 2020
]]>First of all, the Working Group Electro-Biology (AEB) has been dealing with electro-smog protection products such as harmonisers, transformers and converters for almost 30 years. In the process, the AEB had to establish that in the majority of cases there was no effect on the users, sometimes a positive effect could actually be established and unfortunately there was also a worsening of the health situation after using the products! The question arose, why is this so?
The problem lies in the difference between energy, power effect and information! Mostly the socalled e-smog protection products are called harmonisation products because the distributors of these products claim that their “chips” are able to cancel the biological effect of electromagnetic radiation without changing the physical field itself.
These e-smog protection products can also be called “technical homeopathy” because only information is transmitted, comparable to classical homeopathy. A ruptured appendix cannot be cured with homeopathy because the intestinal contents cause a deadly infection in the abdominal cavity. Only surgery and antibiotic therapy can save the patient’s life. E-smog protection products can give you a perceived improvement in your health, but they do not give you real protection against physical environmental pollution, i.e. electrosmog.
The big problem is that many people – unfortunately also many experts – do not know or have not understood the difference between energy, the effect of force and information. The basic statement applies that you cannot cancel or delete the effect of energy or the effect of force on charge carriers with information. We all know that microwaves can transmit energy because of the microwave oven! A practical example may clarify this for you. Please try to neutralise the effect of a microwave oven with any e-smog protection product. You will not find any e-smog protection product that can do that! Working Group Electro-Biology has been looking for the neutralising effect of e-smog protection products for 30 years and has not discovered it yet. So you can see how dubious the claim is that one can protect oneself sustainably from electrosmog with these e-smog protection products.
But why do some people who are exposed to e-smog still feel an improvement in their life situation, why do symptoms occasionally disappear? Electro- and field physics can provide clarification here. Many people believe that with non-ionising waves only the intensity (product of electric and magnetic field strength) is causal for the biological effect. Unfortunately, this is fundamentally wrong! The dose – the biological effect – is in turn the product of intensity x time and is a major factor in the bioburden of electromagnetic waves. However, the following factors, which also have an important influence on biological compatibility, are still not taken into account from a scientific point of view!
As you can see, in addition to the main factor of dose (intensity x time), 10 other factors are known to date that can be responsible for the harmfulness of an electromagnetic wave or a low-frequency field, and we do not yet know whether we already know all the factors that are responsible for a biological effect.
If one carries out an information transfer with an e-smog protection product, one can exert a modulating influence on some of the listed factors. This can actually lead to an improvement of the well-being or abatement of symptoms in sensitised people. However, since neither the force effect nor the energy of a field can be cancelled out by this, the effect of an e-smog protection product under the influence of a field is only of a minor and mostly temporary nature!
A comparison with classical homeopathy is very appropriate, because Dr Hahnemann, the discoverer of classical homeopathy, writes at the beginning of his book Organon that the causes of a disease must be eliminated if homeopathy is to be used successfully.
So, for example, if someone has acquired mercury exposure through amalgam fillings or other means, then administering a high-potency form of Hg is of little help. If there is any effect at all, it is not long lasting. Hg exposure must first be demonstrably (clinically-chemically) eliminated from the body, then the mercury symptoms can be successfully alleviated with homeopathy.
Transferred to “technical homeopathy”, this means that the cause – the physical field – must first be eliminated or at least significantly reduced before any “success” can be achieved with e-smog protection products!
E-smog protection products therefore have at best a “pain pill” character, they provide a sufferer with relief from the discomfort for a short time, but do absolutely nothing in terms of eliminating the causes!
The positive effect of e-smog protection products can even become downright dangerous for those affected when field pollution seems to have been eliminated. However, the pathogenic field effects are still present and the affected person only notices the consequences of the field exposure when a disease has broken out. For some diseases, however, curative therapy often comes too late!
The quintessence of the statements can be summarised as follows: “If the prerequisite for the effectiveness of an e-smog protection product is the elimination or reduction of the physical field, this means that harmonisation chips are unnecessary because after field-reducing measures the complaints usually subside by themselves“.
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